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Jüdisches Museum

Auch in diesem Jahr fand wieder ein gemeinsamer Ausflug sämtlicher Fami-Azubis der UB statt. Wir sind in Berlin geblieben und haben uns dafür entschieden, den Tag im Jüdischen Museum zu verbringen. Wir haben uns am Dienstag, dem 12.10, vor dem Museum eingefunden. Vom Regen überrascht waren wir froh, dass wir schnell das Gebäude betreten konnten.

Abb.: Anna Hahm

Die Architektur des Museums ist an sich schon ein Besuch wert, nicht umsonst wurde der Architekt dafür ausgezeichnet. An sich besteht es aus 2 Gebäuden, die unterirdisch verbunden sind, einem alten Barockbau, über den man das Museum betritt und dem Neubau, welcher die Dauerausstellung beherbergt. Dieser wurde von Daniel Liebeskind entworfen und 2001 eröffnet. Die Außenfassade ist bewusst ungewöhnlich, lässt viel Interpretationsspielraum offen und regt zum Nachdenken an. Wie auch innen werden auf Grund von baulichen Gegebenheiten wie den zahlreichen kreuzenden und schräg verlaufenden Fenstern, teils schiefen Böden und kahlen Betonfluren, die verschiedensten Sinne angesprochen. Man kann sich schwer dieser Wirkung entziehen, teils werden auch bewusst Gefühle von Leere und Desorientierung erzeugt, denn die Ausstellung im Jüdischen Museum konfrontiert einen natürlich mit den Ursachen und Folgen des Genozids. 

Die Dauerausstellung hat aber so wie das jüdische Leben in Deutschland und im Allgemeinen noch mehr Facetten zu bieten, so teilten wir uns in Gruppen auf und erkundeten die Ausstellung.

Nachdem wir eine lange Treppe heruntergegangen sind, konnten wir zwischen verschiedenen Pfaden wählen, Achsen genannt. Zuerst sind wir die „Achse des Holocaust“ entlang. An den Wänden des Weges sind Vitrinen eingelassen, in denen man diverse Ausstellungsobjekte findet, wie Zettel und Briefe, Familienfotos, Hausrat und Alltagsgegenstände. Diese erzählen auf eindrückliche Weise von den Juden und Jüdinnen, die deportiert worden sind und in den Konzentrationslagern ermordet wurden. Am Ende der Achse kommt man in den „Voided Void (entleerte Leere)“, auch Holocaust-Turm genannt. Der beinahe komplett fensterlose Bau, in denen nur durch einen schmalen Schlitz weit oben Licht einfällt, sorgte sicher nicht nur bei uns für Beklemmung.

Danach sind wir die Achse des Exils entlang, hier widmet sich die Ausstellung einerseits den Ausgrenzungen, welche die Juden und Jüdinnen schon in der Vorkriegszeit erleiden mussten und klärt auch über die Bestimmungen, die Juden und Jüdinnen bei der Ausreise behinderten. Diese Achse endete im Garten des Exils. Aufgrund der Schräglage des Gartens und der hohen Stelen wurde auf anschauliche Art die mangelnde Orientierung und Haltlosigkeit der emigrierten Juden und Jüdinnen im Exil vermittelt.

Abb.: Anna Hahm

Die dritte Achse der Kontinuität entlang führte zum zweiten Teil der Dauerausstellung eine Etage höher. In dieser wechselten sich historische Erzählungen mit interaktiven Schautafeln mit Einblicken in jüdische Kultur und Religion ab. So erfuhren wir viel über die jüdischen Feiertage, konnten unsere Namen in hebräisch schreiben und einen Wunsch im Wunschbaum hinterlassen.
Es gab auch noch eine Fotoausstellung über das moderne jüdische Leben in Deutschland und zahlreiche Videoinstallationen.

Abb.: Anna Hahm

Nachdem wir noch das Gästebuch durchstöbert haben, trafen wir alle wieder im Glashof aufeinander und haben uns je nach Lust noch einen Kaffee geholt und die Chance genutzt, im Garten zu spazieren, uns auszutauschen und das Erlebte ausklingen zu lassen.