Profil

Die UB der Humboldt-Universität zu Berlin

Motivation

Im Übergang von gedruckten zu digitalen Medien erleben Bibliotheken einen Besucher- und Nutzerboom. Offenbar werden Bibliotheken nicht durch die „Cloud“ elektronischer Inhalte und Dienste ersetzt; vielmehr sind sie weiterhin Orte, die Zugang zu Information und Wissen bieten und die Aneignung und Produktion von Wissen ermöglichen.

Doch der Anreiz von Bibliotheken ist nicht auf die Bereitstellung und Verarbeitung von Informationen und Wissen beschränkt. Darüber hinaus sind Bibliotheken ganz offensichtlich Orte, in denen mit Begegnung und Kommunikation im engeren Wortsinn das geschieht, was in den anglo-amerikanischen Ländern ‚scholarly communication’ heißt.

Die Services der UB der Humboldt-Universität mit ihren 12 Standorte werden von rund 69.000 registrierten Nutzern (davon 38.000 externe) gern in Anspruch genommen; mit täglich 5.200 Nutzern ist das Grimm-Zentrum besonders beliebt. Zusammen mit den ca. 4.800 Nutzern der Zweigbibliotheken besuchen täglich rund 10.000 Personen die Bibliotheken der UB. 2011 war die UB mit 2,96 Mio. Besuchern die deutschlandweit am meisten besuchte wissenschaftliche Bibliothek. Das Sammlungsprofil der UB umfasst darüber hinaus zahlreiche Spezialsammlungen sowie die Kunstsammlung der Universität (Kustodie), die über einen umfänglichen Bestand an Kunstgegenständen verfügt. Als Einrichtung mit zentraler Zuständigkeit für die gesamte Universität gehört das Universitätsarchiv zur Universitätsbibliothek mit einem Umfang von mehr als 8000 lfm. Schriftgut und herausragenden Wissenschaftlernachlässen.

 

Serviceleistungen

Die 2011 eingeführte Suchmaschine PRIMUS bietet einen innovativen Wissenszugang zum UB-Bestand mit 7,8 Millionen Suchanfragen jährlich. Zum Bestand gehören 6 Mio. Bände gedruckter Bücher und Zeitschriften sowie digitale Wissensressourcen, die mit 200.000 E-Books, 16.000 E-Journals sowie 200 Datenbanken und digitalen Objekten bis auf die Artikelebene recherchierbar und nutzbar sind. Dazu gehören auch die Bestände der DFG-geförderten Fachinformationsdienste Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung sowie Sozial- und Kulturanthropologie (ehemals Sondersammelgebiete). Die Beschaffung gedruckter Monographien aller Fachgebiete wird von der Carl Friedrich von Siemens Stiftung mit jährlich € 900.000 gefördert.

Lange Öffnungszeiten tragen wesentlich zu guten Arbeits- und Studienbedingungen bei: Das Grimm-Zentrum ist werktags von 08:00 – 24:00 Uhr und an den Wochenenden geöffnet. Die Sonntagsöffnung in der Zweigbibliothek Rechtswissenschaft wird sehr gut angenommen. Besondere Aufmerksamkeit finden die Alt-Bestände der UB, die zu ihrer besseren Auffindbarkeit in definierten, zeitlichen Etappen retrokatalogisiert werden.

Mit dem begonnenen Aufbau eines Service zur Digitalisierung sollen wertvolle Altbestände der Humboldt-Universität schrittweise zu digitalen Dokumenten konvertiert und kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Auf dem edoc-Server der Universität sind Digitalisate, Qualifikationsarbeiten sowie Schriften- und Zeitschriftenreihen ‚open access‘ zugänglich.

Als Drittmittelprojekte sind die Digitalisierung ethnologischer Zeitschriften beantragt und der Aufbau einer cloud-basierten Kommunikations- und Kollaborationsplattform in einem Projektkonsortium mit Bibliotheken und Rechenzentren aus Bayern, Berlin und Brandenburg vorgesehen.

Das gute Abschneiden der UB der Humboldt-Universität im deutschlandweiten Bibliotheksranking BIX und das ausgeprägte, nationale und internationale Interesse an der Bibliothek motivieren stark, die Weiterentwicklung der UB zu einem ‚Gateway for Knowledge’ weiter voranzutreiben.

 

Entwicklungsziele

Im Sinne der Exzellenz der Humboldt-Universität wird die Bibliothek ihren Versorgungsauftrag mit digitalen und gedruckten Informationen und Medien mit einem am Fächerprofil der Humboldt-Universität abgestimmten Sammelspektrum konsequent fortsetzen und ihr Serviceprofil in Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität und dem Computer- und Medienservice durch digitale Mehrwertdienste für Forschende, Lehrende und Studierende erweitern und verbessern.

Auf dieser Grundlage setzt sich die UB der Humboldt-Universität in den kommenden fünf Jahren folgende Ziele:

  • Die Verbesserung der Zugänglichkeit ihrer Altbestände durch die Retrokonversion von Katalogdaten und die Digitalisierung ausgewählter Bestände,
  • Die nutzerfreundliche Gestaltung der Freihand- und Nutzerbereiche und der Öffnungszeiten in Grimm-Zentrum und in den Zweigbibliotheken. Mit der Realisierung des geplanten Erweiterungsbaus auf dem Campus Nord soll die Standortkonzentration abgeschlossen werden.
  • Die Weiterentwicklung der Angebote zur Informationskompetenz und der Ausbau fach- und nutzerspezifischer Zugänge zum Ressourcenangebot (Subject Gateways),
  • Die Bereitstellung fachnaher Service-Szenarien im Sinne von ‚Open Science‘ (Open Access, Open Data, Open Source etc.),
  • Die kontinuierliche Steigerung der Effizienz von Arbeitsabläufen und Routineprozessen,
  • Die nachhaltige Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hinblick auf neue fachliche Anforderungen.

Mit dieser Ausrichtung ist die 1831 gegründete UB der Humboldt-Universität Partner für Forschung, Lehre und Studium sowie Servicezentrum für wissenschaftliches Arbeiten auf hohem Niveau.

 

Struktur

Das Bibliothekssystem (einschichtig) der Universitätsbibliothek besteht aus folgenden Standorten:

  • Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum (zentrale Verwaltung der Universitätsbibliothek mit 12 integrierten Zweig- und Teilbibliotheken)
  • Zweigbibliothek Naturwissenschaften im Erwin-Schrödinger-Zentrum
  • Zweigbibliothek Campus Nord
  • 8 Zweig- bzw. Teilbibliotheken

 

Organigramm

 

Fachinformationsdienste und Spezialsammlungen

 

Jahresberichte

Jahresbericht 2011

Jahresbericht 2012

Jahresbericht 2013

Jahresbericht 2014

Jahresbericht 2015

"Humboldt-UB"-App

Die UB informiert auch mit einer Info-App zu ihrer Geschichte, zu ihren Standorten und zur Bibliothek von Jacob und Wilhelm Grimm und präsentiert zudem eine Reihe digitalisierter Texte. Weitere Infos

Weitere Informationen

... finden sie in der UB-Broschüre