100. Todestag von Max Weber

Am 14. Juni 2020 jährte sich der Todestag des berühmten Soziologen und Nationalökonomen Max Weber zum 100. Mal.

Geboren in Erfurt am 21. April 1864,  studierte Weber ab 1882 Jura, Nationalökonomie, Philosophie und Geschichte in Heidelberg, Straßburg und Berlin, wo er sich am 17. November 1884 unter der Matrikelnummer 1765 des 75. Rektorats immatrikulierte. Das unterstehende Bild zeigt Webers eigenhändigen Eintrag im Matrikelbuch der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin.

Matrikeleintrag von Max Weber

 HU UA, Rektor und Senat, Matrikel der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, 75. Rektorat, Eintrag Weber
 

Weber blieb zunächst nur ein Jahr in der preußischen Hauptstadt. Er meldete sich am 21. Oktober 1885 ordnungsgemäß ab und setzte seine Studien in Göttingen fort. Am 15. Mai 1886 bestand er das Erste Juristische Staatsexamen am Oberlandesgericht Celle. Danach kehrte er nach Berlin zurück und war in den Rixdorfer, Berliner und Charlottenburger Justizbehörden und bei Justizrat von Simson als Referendar beschäftigt. Neben dem Referendariat besuchte er juristische und staatswissenschaftliche Vorlesungen und Seminare an der Berliner Universität. Schon zu dieser Zeit zeigte er auch ein zunehmendes Interesse an Sozialpolitik.

Am 1. August 1889 wurde er zum Dr. jur. mit der Dissertation Die Entwicklung des Solidarhaftprinzips und des Sondervermögens der offenen Handelsgesellschaft aus den Haushalts- und Gewerbegemeinschaften in den italienischen Städten promoviert. Seine Promotionsakte samt Urkunde wird im Humboldt-Universitätsarchiv aufbewahrt.

Promotionsurkunde von Max Weber

 HU UA, Jur.Fak.01, Promotionen, Nr.0253, Bl.45
 

Nach bestandenem Zweitem Juristischem Staatsexamen habilitierte sich Weber 1892 bei August Meitzen in Berlin. Seine Habilitationsschrift hatte den Titel Die römische Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht. Seine Habilitationsakte befindet sich ebenfalls im Universitätsarchiv. Zudem wird seine Probevorlesung für die Habilitation in den Sitzungsprotokollen der Juristischen Fakultät dokumentiert.

Ein Jahr später wurde er zum außerordentlichen Professor für Handelsrecht an der Berliner Universität ernannt. Er verließ Berlin, als er 1894 überraschend auf einen Lehrstuhl für Nationalökonomie in Freiburg/Br. berufen wurde, obwohl er sich für dieses Fach nicht habilitiert hatte. Zwei Jahre später nahm er als Nachfolger von Karl Knies einen Lehrstuhl in Heidelberg an. Nachdem bei ihm 1898 Neurasthenie diagnostiziert wurde, musste er aber seine Lehrtätigkeit einschränken. Seine Stelle gab er 1903 endgültig auf. Danach widmete er sich als Privatgelehrter der Soziologie.

Heute gilt Weber als einer der drei Gründerväter der deutschen Soziologie. Er prägte den Begriff der ‚Sozialökonomie‘ und war Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Die protestantische Ethik und der 'Geist' des Kapitalismus sowie Wirtschaft und Gesellschaft.