Bestände bis 1945

 

Als das Universitätsarchiv 1954, fast 150 Jahre nach der Gründung der Universität, eingerichtet wurde, wurden die nicht mehr benötigten Akten aus den Altregistraturen zügig und umfangreich ins Archiv überführt.

Die Dokumentation der Geschichte der ersten 150 Jahre war indes sehr komprimiert. Vor allem rechtlich relevante Unterlagen waren in den Registraturen aufbewahrt worden, so z. B. Matrikel, Qualifikationsunterlagen, Personalakten, Unterlagen des Universitätsrichters oder Verträge mit Stiftern und Stiftungen. Wichtig wurden auch Akten der verschiedenen Hochschulen, die nach 1933 in die Universität inkorporiert wurden.

Der Bestand der Archivalien bis 1945 umfasst ca. 2000 laufende Regalmeter. Zu den wohl bedeutendsten Kriegsverlusten zählen die Akten der Universitätsquästur als Nachweisstelle für entrichtete Gebühren und damit besuchte Veranstaltungen der Studenten.

Bestände aus der Zeit bis 1945:

Rektor und Senat

Die Verzeichnung des Bestandes Rektor und Senat stammt von 1962. Nicht erfasst ist darin der Teilbestand "Abgangszeugnisse", der Entwürfe für die von der Universitätsverwaltung angeforderten Zeugnisse der Studenten bis 1945 enthält und chronologisch geordnet ist. Auch der Teilbestand "Matrikelbände" ist in dieser Verzeichnung nicht erfasst. Gleichwohl sind die chronologisch geführten und nach Rektoratsjahren geordneten Verzeichnisse der Studierenden (Matrikeln) vollständig überliefert.

Universitätskurator

Der gesamte Bestand wurde in der Zeit vom Januar 1960 bis Februar 1961 verzeichnet und geordnet. Die Verzeichnung konnte zunächst nur nach dem Bärschen Prinzip erfolgen. Die Ordnung wurde dann beim Bestand des Regierungsbevollmächtigten nach den alten Signaturen hergestellt. Beim Bestand des Verwaltungsdirektors und Kurators konnte die Ordnung nach dem vorliegenden Aktenplan hergestellt werden. (Verwaltungsstruktur-Prinzip).

Universitätskurator - Personalia

Die Personalakten der Universitätsangehörigen sind erst in den 1960er Jahren ins Archiv gelangt, zu einer Zeit also, als der Gesamtbestand des Kurators bereits verzeichnet war. Aus diesem Grund wurden die Personalakten von Professoren, Dozenten, Institutsleitern und Verwaltungsmitarbeitern zu einem gesonderten Bestand zusammengefasst.

Universitätsrichter

Der Bestand umfasst Akten des Syndikus (1810-1819), des Universitätsrichters (1819-1923), des Universitätsrats (1923-1935), des Universitätsrechtsrats (1935-1943) und des Universitätsrats (1943-1945). Die Verzeichnung liegt zurzeit nur analog vor. Eine Digitalisierung des Findbuchs ist in Arbeit.

NS-Dozentenschaft

Der Bestand ist in zwei Teilbestände unterteilt: NS-Doz. 1 und NS-Doz. 2. NS-Doz. 1 umfasst nur einen geringen Teil der überlieferten Akten der NS-Dozentenschaft. Der größere Teil ist im heutigen Bestand NS-Doz. 2 (eigenes Findbuch) zu finden, der erst nach der Wende über das Bundesarchiv an das Universitätsarchiv der HUB zurückgelangte und vorher beim ehemaligen MfS aufbewahrt und dort mit sog. Z-Signaturen versehen worden ist. Die Signaturen wurden beibehalten.

Theologische Fakultät

Enthalten sind Dekanatsakten seit Gründung der Universität 1810, Akten des Theologischen Seminars, des Praktisch-Theologischen Seminars, der christlich-archäologischen und epigraphischen Sammlung, des Seminars für nachbiblisches Judentum, des  Instituts für allgemeine Religionsgeschichte und Missionswissenschaft, des Instituts für Sozialethik und Wissenschaft der Inneren Mission. Der Bestand wurde vom Dekanat der Theologischen Fakultät in den Jahren 1964 und 1966 abgegeben. Nach Vergleich mit dem alten Behördenrepertorium sind kaum Aktenverluste festzustellen.

Juristische Fakultät

Der Bestand befindet sich seit 1954 im Universitätsarchiv. Bei der Verzeichnung 1966 wurden drei Hauptgruppen mit den entsprechenden Untergruppen gebildet: Fakultätsangelegenheiten (darunter Fakultätssitzungen, Vorlesungen, Satzungen, Wahl des Dekans), Angelegenheiten des Lehrkörpers (darunter Amtskleidung, Berufungen und Emeritierungen, Diensteinkommen) und Studentenangelegenheiten (darunter Immatrikulationen und Exmatrikulationen, Disziplinarsachen, Prüfungsfragen, Verbindungen und Vereine).

Medizinische Fakultät

Der Bestand der Medizinischen Fakultät umfasst in erster Linie Akten der Promotions- und Habilitationsverfahren, teilweise auch die nicht abgeschlossenen und nicht zustande gekommenen Vorgänge.

Für die Überlieferung einzelner Institute (Hygienisches Institut, Anatomisch-Biologisches Institut, Institut für die Geschichte der Medizin) sind getrennte Bestände gebildet worden. Nicht alle medizinischen Institute haben allerdings Akten hinterlassen.

Philosophische Fakultät

Für die Zeit 1810 bis 1945 umfasst der Bestand die gesamte Überlieferung des Dekanats und der einzelnen Seminare und Institute der Philosophischen Fakultät, bis 1935 sowohl geisteswissenschaftlicher als auch naturwissenschaftlicher Fächer und der Mathematik. Darunter befinden sich Akten zur Organisation der Fakultät, Statute, gesetzliche Bestimmungen, Stiftungssachen, Forschungsangelegenheiten, Personal- und Besoldungsangelegenheiten, Jubiläen, Auslandsbeziehungen, Immatrikulationen u.v.m. Die Promotionsverfahren der Philosophischen Fakultät werden als gesonderter Bestand geführt. Einzelne Institutsprovenienzen wurden herausgegliedert (u. a. Institut für Meereskunde, Institut für Lautforschung, Zoologisches Institut und Museum).

Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät

Die Fakultät wurde 1935 aus der Philosophischen Fakultät herausgegliedert. Überwiegend erhalten geblieben sind im Bestand der Fakultät Promotions- und Habilitationsverfahren aus der Zeit 1935-1945. Außerdem vereinzelte Akten zu Lehrstuhlbesetzungen und Jubiläen sowie Ministerialerlasse.

Charité

Der Bestand Charité-Direktion wurde im Jahr 1961 aus dem Verwaltungsgebäude der Medizinischen Fakultät (Charité) ins Archiv überführt. Eine Vorordnung nach den Registratur-Signaturen war bereits erfolgt, im Archiv wurde eine endgültige Ordnung vorgenommen. Eine durchgehende Verzeichnung des Bestandes fand in den Jahren 1963-1965 statt. Die Akten beinhalten Material zu Gründung der Charité, Personalwirtschaft, Kliniken und Anstalten, Haushalts- und Rechnungswesen, Grundstücks- und Bauangelegenheiten, Rechtsangelegenheiten, Kirchen- und Schulangelegenheiten, sowie zum Charité-Amt Prieborn. Zum Bestand gehören auch ca. 500 großformatige Aufnahmebücher aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts bis Ende des 19. Jahrhunderts, die getrennt gelagert waren.

Einen gesonderten Bestand bilden die überlieferten Personalakten der Charité-Mitarbeiter.

Auch die Überlieferung der Nervenklinilk (Personalakten, Psychiatrische Gutachten für Erbgesundheits- und Reichsversorgungsgerichte, Schriftwechsel der Klinikdirektoren) bildet einen gesonderten Bestand.

Landwirtschaftliche Hochschule

Die Hochschule wurde 1934 in die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin als Landwirtschaftlich-Tierärztliche Fakultät und ab 1937 als Landwirtschaftliche Fakultät eingegliedert.
Der Bestand beinhaltet vor allem die Prüfungsakten der Studierenden von 1869 bis 1945: Studienzeugnisse,  Abgangsexamen, Diplomexamen, Diplomprüfungen und Examen für Lehrer.
Die Überlieferung der Sachakten weist sehr große Lücken auf. Vorhanden sind einzelne Akten zu Organisation und Haushalt der Hochschule (Mitteilungen und Anweisungen des Rektors, später des Dekans), Schriftwechsel des Dekans der Landwirtschaftlichen Fakultät mit den Institutsdirektoren und einige Personalunterlagen.

Tierärztliche Hochschule

Die Hochschule wurde 1934 in die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin als Landwirtschaftlich-Tierärztliche Fakultät und ab 1937 als Veterinärmedizinische Fakultät eingegliedert. Die Akten wurden 1961 dem Archiv übergeben und 1965 verzeichnet.
Bei der Bearbeitung des Bestandes wurde die überlieferte Registratur-Ordnung aus Hauptgruppen (Sektionen) übernommen. Eingesehen werden können u. a. folgende Hauptgruppen: Organisation der Schule, Grundstücksangelegenheiten, Bauangelegenheiten, Lehr- und Unterrichtsangelegenheiten, Studienangelegenheiten (Zivil- und Militäreleven), Stipendien und Stiftungen, Gutachten (gerichtliche und außergerichtliche), Personalangelegenheiten.

Wirtschaftswissenschaftliche Hochschule 1908-1945

Der Bestand wurde in 2 Etappen, 1964 und 1970 dem Universitätsarchiv  übergeben. Während der im Jahr 1970 erfolgten Bestandsverzeichnung wurden 12 Hauptgruppen und die dazu gehörigen Untergruppen gebildet, u.a.: Verfassung und Leitung des Schule, Lehre und Ausbildung (Lehrpläne, Vorlesungen, Prüfungsangelegenheiten),  Verleihung akademischer Grade (v. a.: Habilitationsverfahren), Lehrkörper (Personalakten), Vereine und Verbände, Disziplinarangelegenheiten, Vermögen der Wirtschaftshochschule (Stiftungen, Grundstücke und Gebäude). Der Bestand ist nicht vollständig. Ein großer Teil der Akten ist durch einen Luftangriff im Februar 1945 vernichtet worden.

Forstliche Hochschule Eberswalde 1821-1945

Die Aktenübernahme erfolgte 1963. Der Bestand wurde nach zwei Registraturordnungen sortiert und 1965 verzeichnet. Es können u. a. folgende Hauptaktengruppen (I-V, X und 0-9) eingesehen werden: Organisation der Hochschule, Lehre und Forschung, Promotionen und Habilitationen (Promotionsvorgänge ab 1927, Habilitationsvorgänge ab 1924), Rechnungswesen, Grundstücks- und Bauangelegenheiten, Institutsangelegenheiten, Aufnahme der Studierenden (Bewerbungsgesuche, Bewertungslisten der Prüfungen), Personalangelegenheiten (Personalakten, v. a. spätere Jahrgänge nach 1920).