Geschichte des Archivs

Ausschnitt aus einem alten Abschlusszeugnis

 Marie Beuse

Das Archiv der Humboldt-Universität zu Berlin wurde 1954 zur Aufbewahrung des nicht mehr benötigten Schriftguts der Universitätsverwaltung eingerichtet. Die relativ späte Gründung fiel in eine Periode der Zeit, in der sowohl gesellschaftlich und politisch als auch universitätshistorisch grundsätzliche Veränderungen statt­gefunden hatten. Die alten Registraturen der Berliner Universität aus der Zeit vor 1945 wurden nun nicht mehr in der laufenden Verwaltung gebraucht. Man deponierte sie an verschiedenen Orten unter der gemeinsamen Bezeichnung Archiv und unterstellte sie dem Rektor der Universität. Erst seit dem 1. April 1992 ist das Universitätsarchiv der Universitätsbibliothek angegliedert.

Zunächst sind die Akten im Hauptgebäude der Universität Unter den Linden untergebracht gewesen. Schnell wurde deutlich, dass der verfügbare Raum die ersten Ablieferungen der Verwaltung, die in die 1960-er Jahre fielen, nicht fassen würde. Die Bestände in den Magazinen wurden chronologisch aufgeteilt, die historischen Materialien in der Kommode untergebracht, während das Verwaltungsarchiv weiterhin in der räumlichen Nähe der Universitätsleitung blieb.

Mehrfach sollte das Archiv noch umziehen, um aus der provisorischen Unterbringung der Bestände eine permanente an einem zentralen Ort zu ermöglichen. Erst der Umzug zum Salzufer in den 1990-er Jahren brachte eine Gesamtzusammenführung der historischen Überlieferung, welche seitdem gewahrt werden konnte.

Der Umzug nach Adlershof 2016 in das speziell für das Archiv errichtete Gebäude markiert eine letzte Zäsur. Das Universitätsarchiv wird von nun an in der Wagner-Régeny-Straße seinen endgültigen Standort haben.  Hier können Forscher, Studenten, Journalisten oder Privatpersonen Einsicht in die Akten bekommen und in den Findmitteln der Bestände recherchieren. Als Gedächtnis der Universität wacht das Universitätsarchiv über alle relevanten historischen Belange der berühmten Berliner Hochschule.