Bericht Leipzig 2.0 2014

Europa. Deutschland. Sachsen. LEIPZIG!
Der Ort, an dem die Montagsdemos 1989 begannen, war in diesem Jahr das Ziel unserer alljährlichen Azubifahrt.

Das hing jedoch nicht mit dem Beginn des bedeutenden Wendepunkts in der deutsch-deutschen Geschichte zusammen, sondern mit dem Besuch der Deutschen Nationalbibliothek.

Wie jedes Jahr war unser Fortbewegungsmittel die Bahn, diesmal war der Start jedoch gelungener als die Jahre zuvor, die Bahn kam pünktlich um 7:45 Uhr im Hauptbahnhof an und fuhr auch pünktlich weiter bis zum Ziel.

Foto: Karin Freyer

Zum Glück! Denn um 10 Uhr waren wir bereits zu unserer Führung durch die Nationalbibliothek angemeldet und bis wir uns mit den Tickets der Leipziger Tram zurecht gefunden hatten, verging noch einige Zeit. Endlich angekommen, begann dann auch direkt die Führung. Zuerst waren wir in einem historischen Besprechungsraum, an dessen Wänden viele wertvolle Bücher unter den Portraits der wichtigsten Verleger Deutschlands aufgereiht waren. Auch die Einrichtung des Raumes war scheinbar so weit wie möglich im Original erhalten und bot sich für den Beginn der Führung an, denn dort wurde uns zunächst die Entstehung und Geschichte der Nationalbibliothek näher gebracht. Danach durften wir uns dann die Räumlichkeiten der dortigen Auszubildenden, den Ausleihbereich, die Zeitschriftenauslage und den großen Lesesaal mit dem schönen Gemälde an der Wand und der ebenso historischen Einrichtung ansehen. Nachdem wir uns über die übliche Bibliotheksausstattung ein Bild machen konnten, bekamen wir auch noch einen kleinen Einblick in die moderne Musikbibliothek, welche ebenfalls zur Nationalbibliothek gehört (in der ebenfalls Pflichtexemplare abgegeben werden müssen).

Nach all den Informationen gönnten wir uns eine kleine Mittagspause in der hauseigenen Cafeteria und stärkten uns für die Führung durch das Deutsche Buch- und Schriftenmuseum. Diese Ausstellung war auch sehr modern gehalten und zum Teil auch audiovisuell gestaltet. Für diejenigen unter uns, die sich während des Essens den Bauch zu voll geschlagen hatten und nun nicht mehr so viel stehen und laufen konnten, gab es auch tragbare Sitzgelegenheiten um sich ein bisschen zu erholen.

Foto: Karin Freyer

Danach blieb noch einige Zeit, um sich die Thomaskirche oder die Stadt an zu sehen, einen Tee zu trinken oder durch die Geschäfte am Markt zu schlendern, wie zum Beispiel ‚Auerbachs Keller‘.

Um 15:51 Uhr waren wir alle im ICE am Hauptbahnhof Leipzig versammelt und hatten unsere im Zug verstreuten Plätze eingenommen. Und da am Vormittag bei der Bahnfahrt alles gut gegangen war, saßen wir frohen Mutes in der Bahn und rechneten nicht mehr mit irgendwelchen Zwischenfällen. Da sich solche Verrücktheiten aber jedes Jahr wieder ergeben, hätten wir es eigentlich besser wissen müssen. Die Bahn hatte noch eine Überraschung für uns parat! Aber diesmal eine von geringem Ausmaß, wenn man es mit allen anderen Bahnabenteuern der Azubifahrt vergleicht, denn es handelte sich nur um eine kleine Störung am Zug, die innerhalb von 5-10 Minuten wieder behoben war. Also ein relativ kleines Übel! Aber es geht eben auch nicht ohne solche Späße bei unseren Bahnfahrten.
Vielleicht liegt ja ein Fluch auf den Azubi-Reisegruppen der Universitätsbibliothek?!

 

Julia Maczejewski, 2014