Hannover

Während morgens um 07:30 Uhr die Gänge des Grimm-Zentrums leer und die Lampen der Magazinräume noch ausgeschaltet sind, füllen sich die Fernverkehrszüge in eine andere Stadt. An einem schönen Tag im Oktober sind die FaMI-Auszubildenden der Humboldt-Universität, wie jedes Jahr, auf dem Weg, um eine deutsche Bibliothek näher kennen zu lernen.

Das Ziel an diesem, in herbstliche Morgenröte getauchten Morgen, war Hannover, das wir bequem und pünktlich mit dem ICE erreichten.

Hinter unserer Ausbildungsleiterin Frau Freyer, die diese Fahrt jedes Jahr organisiert, und Frau Kreienbring, welche die Vertretung unserer Vertretung war und über deren Begleitung wir uns alle sehr freuten, trotteten dann 17 Azubis her, auf der Suche nach unserem Ziel: der Technischen Informationsbibliothek – Universitätsbibliothek Hannover.

Nachdem wir dort etwas gehetzt ankamen, aber freundlich begrüßt wurden, ging es gleich mit dem straffen Programm los (leider hatten wir für die Masse der Information zu wenig Zeit).

Herr Dr. Tempel, der in der TIB-UB nicht nur als Fachreferent tätig ist, sondern auch die Aufgabe der Ausbildungsleitung innehat, gab uns in einem kurzen Vortrag Informationen zum Aufbau der Ausbildung in der Bibliothek und war sichtlich über unsere Vielzahl überrascht (die TIB UB bildet nur zwei bis max. drei FaMIs in zwei Jahrgängen aus).

Er übergab das Wort an Frau Hartmann (FaMI-Ausbildungsleiterin) und Herrn Warlich (Leitung Informations- und Auskunftsdienste), die uns weitere Informationen zum Aufbau und der Arbeit der TIB UB gaben. Nach diesem ersten theoretischen Eindruck, konnten wir dann die Bibliothek live besichtigen. Herr Warlich führte uns durch die wichtigsten Räumlichkeiten und stellte uns das (recht renovierungsbedürftige) „Haus 1“ vor, das als Haupthaus fungiert. Es besteht zudem aus zwei Untergeschossen, in dem die Magazine untergebracht sind (die TIB UB ist eine Magazinbibilothek). Diese durften wir dann auch – mit den Worten Herr Warlichs „Hier kommt sonst kein normaler Mensch hin“ – genauer besichtigen und stellten doch recht viele Gemeinsamkeiten zu unseren Magazinen fest.

Danach ging es in das „Marstallgebäude“, in dem die Leitung, die Fachreferate und der „Lesesaal Patente und Normen“ untergebracht sind und durch seine wunderschöne Architektur beeindruckte.

Im Anschluss besichtigten wir ein Nebengebäude, in dem die hauseigene Buchbinderei untergebracht ist. Hier werden auch zwei Buchbinder ausgebildet. Da wir im Laufe der Ausbildung zum Buchbinder-Praktikum eingesetzt wurden, kannten wir die vorgestellten Geräte und Maschinen schon. Schmunzelnd verließen wir die Werkstatt wieder, nachdem Herr Warlich sich mit den Worten „Immer wenn ich hier bin, merke ich, dass ich mich doch für den falschen Beruf entschieden habe!“ von den Buchbindern verabschiedete.

Da sich doch ein leichtes Magenknurren einstellte, waren wir über den reich gedeckten Kaffeetisch erfreut, der uns nun erwartete. Neben dem Genuss von Keksen, Schokolade, Kaffee und Saft nutzten wir nun die Zeit, um uns mit unseren „Kollegen“ über den Lauf der Ausbildung in einer anderen Stadt, bzw. in einem anderen Bundesland auszutauschen und stellten doch recht viele Gemeinsamkeiten fest (vor allem, was den Besuch der Berufsschule betraf).

Gestärkt kamen wir so zum (fast) letzten Programmpunkt des Tages. Die Bibliothekarin Frau Schwarz stellte uns in einem Vortrag die eigentlich wichtige und einmalige Funktion der TIB UB Hannover vor:

„Die Deutsche Zentrale Fachbibliothek für Technik sowie Architektur, Chemie, Informatik, Mathematik und Physik. Sie hat den Auftrag, vor allem die nationale wie internationale Forschung und Industrie mit Literatur und Information zu versorgen. Als weltweit größte Spezialbibliothek in diesen Fachbereichen und Teil der nationalen Forschungsinfrastruktur stellt die TIB ihre exzellenten Bestände für die Literaturversorgung der Leibniz Universität zur Verfügung.“

Dieser Aufgabenbereich unterscheidet diese Universitätsbibliothek doch sehr stark von unserer täglichen Arbeit und so hörten wir interessiert zu, wie Frau Schwarz uns den Aufbau und die Aufgaben erklärte und dann auch direkt die Praxis vorstellte. In Kleingruppen aufgeteilt, bestaunten wir den großen „Drucker-Park“, in dem die ca. 300 Bestellungen jeden Tag ankommen und direkt bearbeitet werden. Wir bekamen auch die Möglichkeit eine Bestellung und deren Bearbeitung direkt verfolgen.

Leider drängte dann wieder die Zeit und wir versammelten uns zu einer letzten gemeinsamen Runde, in der wir einen Fragebogen zum zurückliegenden Tag ausfüllen sollten, konnten und wollten. Dieser half uns in einer lockeren Art, das Gesehene und Geschehene zu reflektieren und noch einmal zusammenzufassen.

Zum Schluss platzierten wir uns alle zusammen zum obligatorischen Gruppenfoto und verabschiedeten uns dankend bei Frau Hartmann.

 

Foto: Karin Freyer


Danach hatten wir noch eine Stunde Zeit, uns in Hannover umzuschauen, bevor wir uns wieder in den Zug Richtung Berlin setzten. Wir zerstreuten uns also, um Nahrung zu uns zu nehmen oder die vielfältigen Shopping-Möglichkeiten wahrzunehmen, die Hannover zu bieten hat.

Gegen 17.30 Uhr kamen wir dann wieder entspannt, ohne größere Aufregungen und um eine Erfahrung reicher mit dem IC in unserer Heimatstadt an.