Ferdinand Tönnies

Ferdinand Tönnies, geboren 1855 bei Oldenswort, gestorben 1936, legte im Alter von 16 Jahren sein Abitur ab und begann, Philologie, Archäologie, Philosophie und Geschichte in Jena, Tübingen, Leipzig, Bonn und Berlin zu studieren. Mit 22 Jahren Promotion im Fach Alte Philologie in Tübingen.

1881 habilitierte er sich an der Universität Kiel. Neben seiner Lehrbeauftragung war er auch als Autor aktiv und schrieb für diverse Zeitungen. Er gilt als Kritiker des Wilhelminischen Obrigkeitsstaates und als Verfechter der Arbeiterbewegung. 1909 außerordentlicher und 1913 ordentlicher Professor für „wirtschaftliche Staatswissenschaften“ an der Universität Kiel.

Tönnies war Mitgründer der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und bis 1933 deren einziger Präsident. In ganz Europa und in den USA war er ab den 1920-ern ein hochangesehener Soziologe. Nachdem er sich 1930 kritisch gegenüber dem Nationalsozialismus geäußert hatte, verlor er seine Lehrbefugnis in Kiel sowie sein Präsidentenamt und seinen Beamtenstand, was ihn in finanzielle Not brachte. Am 9. April 1936 starb er in Kiel.

 

Information zum Nachlass

Umfang: 3 VE; 0,1 lfm.

Laufzeit: 1903-1910

Signatur: HUB, UA, NL Tönnies

Inhalt: Handschriftliche Manuskripte: "Die soziale Frage im Lichte der Philosophie" (1903) und "Zur naturwissenschaftlichen Gesellschaftslehre" (1910); Vortrag (Druckschrift) "Neue Zeit- und Streit-Fragen", 1910.

Erschließungszustand: verzeichnet; Findbuch

Benutzung: auf Anfrage