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Merkur

1906, anlässlich der Neueröffnung der Handelshochschule Berlin in der Spandauer Str. 1, gab der Bankier Hermann Frenkel (1850 – 1932; ab 1909 Geh. Kommerzienrat) vom Bankhaus Jacquier & Securius bei dem Berliner Bildhauer Fritz Klimsch eine überlebensgroße Merkur-Plastik in Auftrag, die er der Handelshochschule stiftete. Die im Stil des Berliner Neubarocks geschaffene Figur, ein gleichwohl idealistisch wie realistisch anmutender männlicher Akt, sollte als Schutzgeist über eine erfolgreiche Lehre und Forschung wachen.

Merkur galt in der römischen Mythologie als der Gott des Handels, des Gewerbes, des Reichtums und des Gewinns. In zahlreichen Mythen trat er als Bote und Begleiter der Götter auf, als Gott der Wege und des Warenaustausches war er aber auch den Dieben heilig. Seine Zeichen waren oftmals der geflügelte Heroldsstab in der linken Hand, um den sich zwei Schlangen zu winden scheinen, und der Geldbeutel oder eine Spendenschale in der rechten; zudem ein geflügelter Hut oder direkt aus den Haarlocken sprießende Flügel. Bei Klimsch weisen nur noch die für Merkur üblichen Flügelschuhe auf die Provenienz der Figur hin.

1908 wurde die Merkur-Plastik im Foyer der Handeslhochschule aufgestellt, während der Kriegs- und Nachkriegsjahre befand sie sich im Depot, doch seit 1983 präsentiert sie sich wieder im Eingangsbereich der nunmehrigen Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität.

Dr. Angelika Keune