Zur Geschichte der Kleinen Humboldt-Galerie

Gegründet wurde die Kleine Humboldt-Galerie 1978 vom Grafiker Manfred Butzmann und von  Gert Hollmann und anderen Mitarbeitern des Rechenzentrums der Humboldt-Universität mit dem Ziel, thematisch freie Ausstellungen zu gestalten und auch staatsfernen DDR-Künstlern Ausstellungen zu ermöglichen. Mit den bis 1989 gezeigten 91 Ausstellungen hatte sich der lichtdurchflutete Gang im westlichen Kopfbau des Universitätshauptgebäudes und der gesicherte Eingang zum Rechenzentrum als ein geeigneter Ausstellungsort erwiesen, der auch in den folgenden Jahren nicht an Attraktivität verlor.

Seit 1990 brachten sich Studierende aller drei Berliner Universitäten und der HdK in die Galerie ein und auch die Kustodie unterstützt seitdem aktiv die Galeriearbeit. 1994 gründeten die Studierenden den Förderverein Kleine Humboldt-Galerie. Die Galerie, an der Mitarbeiter des Rechenzentrums, der heutigen Zentraleinrichtung Computer- und Medienservice (CMS), Studierende und die Kustodie gleichermaßen mitwirkten, verfolgte nunmehr drei Schwerpunkte: Junge Künstler erstmals der Öffentlichkeit zu präsentieren, Mitarbeitern der Humboldt-Universität zu ermöglichen, ihre Werke vorzustellen und Studierenden ein Forum zu geben, Projekte zu kunsthistorischen oder kulturrelevanten Problemkreisen zu entwickeln und zu präsentieren. Bis Ende 2002 fanden insgesamt 173, teils spektakuläre Ausstellungen mit hunderten Besuchern statt. Durch die guten Sicherheitsbedingungen im CMS (videoüberwachter Eingang) waren stets auch Ausstellungen von Originalarbeiten möglich.

Mit dem Auszug des CMS Ende 2002 nach Adlershof konnten die Ausstellungen nur noch im Foyer des Hauptgebäudes gezeigt werden und mussten sich weitgehend auf Fotografien und Kopien beschränken, was die künstlerischen Möglichkeiten und Herausforderungen merklich einschränkten. Es dauerte sieben Jahre bis ein neuer Ausstellungsraum fertiggestellt war. Jetzt bietet der Lichthof im östlichen Kopfbau des Hauptgebäudes vielfältige Möglichkeiten für Kunstinszenierungen.

Eine neue Generation von Studierenden will mit ihren Ausstellungen nun wieder an die aktuelle Kunstentwicklung anknüpfen, indem sie die Kunstprodukte junger bekannter und noch unbekannter Künstlerinnen und Künstler unter einer spezifischen, zumeist mit dem Universitätsleben verbundenen Fragestellung auswählt und präsentiert.

Dr. Angelika Keune