Fachinformationsdienst Sozial- und Kulturanthropologie

Die Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität sammelte von 1998 bis zum 31.12.2015 deutsche und internationale Literatur aus der Sozial- und Kulturanthropologie möglichst vollständig im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sondersammelgebiets (SSG) Volks- und Völkerkunde und stellte sie deutschlandweit zur Verfügung. Zudem baute sie zwischen 2003 und 2007 mit DFG-Mitteln die virtuelle Fachbibliothek für die ethnologischen Fächer - EVIFA - auf, die bis heute betreut und ausgebaut wird.

Da das Sondersammelgebietssystem zum Jahresende 2015 eingestellt wurde, hat die UB der HU einen Antrag in der DFG-Förderlinie "Fachinformationsdienste für die Wissenschaft" (dem Folgeprogramm zu den SSGs) gestellt - mit Erfolg: Seit dem 01.01.2016 wird in der Nachfolge des SSG der Fachinformationsdienst Sozial- und Kulturanthropologie aufgebaut. Die Laufzeit dieses Dienstes geht zunächst bis Ende 2018, eine erneute Beantragung ist geplant.

Der Fachinformationsdienst wird sich auf die Erwerbung fachhistorischer und theoretisch-methodischer Literatur aus den ethnologischen Fächern (national wie international) sowie auf die ethnologische Forschung aus dem deutschsprachigen Raum fokussieren steht aber auch allen Anschaffungswünschen aus der Forschung gegenüber offen. Daneben bemühen wir uns in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für Lizenzierung um die Aushandlung von überregionalen elektronischen Lizenzen für den direkten Zugriff für die Fachcommunity.

EVIFA bleibt zentrales Fachportal, um ethnologische Informationen zu finden und Zugriff auf Digitalisate aus unseren Digitalisierungsprojekten (digi.evifa.de) zu bekommen. Im Zuge des Projektes sollen die Oberfläche und die Funktionalitäten (insbesondere Suchkomfort und Datenbasis) verbessert und modernisiert werden. Der Zugriff auf die im Rahmen des FID lizenzierten elektronischen Ressourcen wird über das Kompetenzzentrum für Lizenzierung (KfL) bereitgestellt (siehe unten).

Ein weiterer Schwerpunkt wird die Erhebung und Auswertung des Umgangs mit Forschungsdaten in der Sozial- und Kulturanthropologie sowie der Möglichkeiten zur Archivierung und Nachnutzung sein. Dabei sollen mit etablierten Kooperationspartnern best practice-Beispiele und mögliche Archivierungsworkflows eruiert und/oder erarbeitet, ggf. Prototypen konzipiert werden.

Ihre Anregungen und Wünsche für unsere Arbeit im FID sind sehr Willkommen!

 

FID-Lizenzen

Der Fachinformationsdienst hat in Absprache mit seinem Beirat, anderen ethnologischen Bibliotheken und den Fachgesellschaften unterschiedliche Online-Angebote von verschiedenen Anbietern lizenziert, um sie der ethnologischen Forschung überregional zur Verfügung zu stellen. Prinzipiell werden die Lizenzverhandlungen für den FID vom Kompetenzzentrum Lizenzierung (KfL) geführt. In der ersten Förderphase des FIDs sind zunächst drei Lizenzen verhandelt und umgesetzt worden, die jedoch perspektivisch ergänzt werden können:

  • (1) Ethnographic Video Online Volume II (Alexander Street Press)
  • (2) Berghahn E-Book-Pakete (2014-2018)
  • (3) Berghahn E-Journals (7 Titel)

Berechtigt für den Zugriff auf die lizensierten Ressourcen sind die Mitglieder der beiden großen Fachgesellschaften (DGV und dgv), die individuelle Zugänge (Benutzername, Passwort) an ihre jeweiligen Mitglieder vergeben und administrieren. Darüber hinaus besteht für den FID selbst die Möglichkeit, bis zu 200 Einzelpersonen (bspw. Forschenden anderer Fächer) individuelle Anmeldungen mit einer Laufzeit von einem Jahr zu ermöglichen. Abweichend davon ist der Zugang zu (1) über IP-Ranges von Institutionen organisiert, die dem Verlag im Rahmen der Lizenzverhandlungen mitgeteilt wurden. Bis Mitte 2018 soll diese Art des Zugangs jedoch zugunsten der individuellen Anmeldung über die Fachgesellschaften zurückgenommen werden.

Die Anmeldung zur Nutzung der Ressourcen erfolgt über die KfL-Website, auf der seit Ende November 2016 eine entsprechende Login-Maske zur Verfügung steht. FID-Nutzerinnen und -Nutzer mit Zugang über IP-Adresse können die jeweiligen Quellen auch direkt ansteuern (über ihre Dienstrechner bzw. via VPN).

Ansprechpartner

Matthias Harbeck
Fachreferent für Ethnologie, Leiter FID Sozial- und Kulturanthropologie

Kontakt:
E-Mail: matthias.harbeck@ub.hu-berlin.de
Telefon: +49 30 2093 - 99223

Sitz:
Jacob-und-Wilhelm-Grimmzentrum, Raum 9.514
Geschwister-Scholl-Straße 1-3
10117 Berlin

 

Forschungsdatenmanagement

Dr. des. Sabine Imeri
wiss. Mitarbeiterin

Kontakt:
E-Mail: sabine.imeri.1@ub.hu-berlin.de
Telefon: +49 30 2093 - 99240

Sitz:
Jacob-und-Wilhelm-Grimmzentrum, Raum 8.531
Geschwister-Scholl-Straße 1-3
10117 Berlin

 

Digitalisierungsprojekt

Lucia Immerfall, MA

Kontakt:
E-Mail: lucia.immerfall.1@hu-berlin.de
Telefon: +49 30 2093 - 99216

Sitz:
Jacob-und-Wilhelm-Grimmzentrum, Raum 8.530
Geschwister-Scholl-Straße 1-3
10117 Berlin

 

 

Wissenschaftlicher Beirat

Der Fachinformationsdienst wird - wie zuvor das Sondersammelgebiet - in seiner Arbeit durch einen wissenschaftlichen Beirat begleitet und beraten. Diesem Beirat gehören Vertreterinnen und Vertreter beider ethnologischen Fachtraditionen sowie der Museen und außeruniversitären Forschung an, derzeit sind dies:

  • Prof. Dr. Beate Binder, Vorsitzende, Vertreterin für den Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, Institut für Europäische Ethnologie (HU Berlin)
  • Prof. Dr. Christoph Bareither, Vertreter für die universitäre Forschung der volkskundlichen Fachtradition, Institut für Europäische Ethnologie, (HU Berlin)
  • Prof. Dr. Roland Hardenberg, Vertreter für die universitäre Forschung der völkerkundlichen Fachtradition, Frobenius-Institut (Frankfurt/M.)
  • Dr. Alexis von Poser, Vertreter für die ethnologischen Museen (Niedersächsisches Landesmuseum Hannover)
  • Prof. Dr. Birgitt Röttger-Rössler, Vertreterin für den Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde, Institut für Sozial- und Kulturanthropologie (FU Berlin)
  • Dr. Bertram Turner, Vertreter der außeruniversitären Forschung, Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung (Halle)

 

Hintergrundinformationen zum Bestand des FID/SSG

An der UB der HU bildet insbesondere der Altbestand, der sich zum Teil aus der volkskundlichen Sammlung der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR speist, eine sehr gute Grundlage an ethnologischer Literatur. Hinzu kommen der volks- und völkerkundlichen Altbestand der ehemaligen Zentralbibliothek und auch der hervorragende, vor allem volkskundlich-kulturwissenschaftliche Bestand aus der ehemaligen Zweigbibliothek Europäische Ethnologie. Seit 1998 hat zudem eine massive Sammeltätigkeit den Literaturbestand zu einer der größten ethnologischen Bibliotheken Deutschlands anwachsen lassen. Neben dem Zugriff auf über 1000 elektronische Zeitschriften aus dem Fächerspektrum, stehen auch fast 500 Printzeitschriften mit ethnologischen Inhalten zur Verfügung. Mit der Fertigstellung des Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrums 2009 wurden diese Bestände erstmalig zusammengeführt.

Zu den Fachseiten für die Ethnologie (Volks- und Völkerkunde). Mehr Informationen zum Sondersammelgebietssystem im Allgemeinen finden Sie auf den Seiten von Webis und zum SSG Volks- und Völkerkunde finden Sie unter EVIFA.