Bibliotheksglossar

Mit Dank entnommen dem "Glossar zu Begriffen der Informationskompetenz" der Universitätsbibliothek Kaiserslautern und ergänzt bzw. angepasst durch die Webredaktion.

 Unicode
Internationaler Standard zur Vereinheitlichung unterschiedlicher Zeichensysteme.
 
Mit der Zuordnung von digitalen Codes zu jedem beliebigen sinntragenden Zeichen bzw. Textbaustein will Unicode die Inkompatibilität unterschiedlicher Zeichensysteme in den verschiedenen Ländern beseitigen.
 
Viele Bibliothekskataloge nutzen Unicode, um Werke in anderen Schriften wie Hebräisch oder Russisch in der Originalschrift zusätzlich zur lateinischen Transskription anzubieten.
 Unselbständig erschienene Literatur
Texte, die Teil eines selbständig erschienenen Werkes (Bücher, Zeitschriften) sind. 
Damit werden vor allem Aufsätze und Veröffentlichungen in Büchern, Sammelwerken und Zeitschriften bezeichnet. Unselbständig erschienene Literatur wird in der Regel nicht in Bibliothekskatalogen verzeichnet, sondern muss über Bibliografien bzw. Datenbanken ermittelt werden.
 
Beispiel: Georg Ruppelt: Wenn die faulen Säcke mit den grauen Mäusen... Plädoyer für die vielfältige Zusammenarbeit von Schulen und Bibliotheken. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie 6 (2005), S, 311 - 319.
 
Roswitha Poll: Die Nordrhein-Westfälische Bibliographie. In: Bücher für die Wissenschaft. Festschrift für Günter Gattermann. Hrsg. v. Gert Kaiser. München: Saur, 1994, S. 419 - 430.
 Unterbegriff
Terminus, der die Position eines Begriffs in einer hierarchischen Beziehung zwischen Begriffen, also einem Über- und Unterordnungsverhältnis beschreibt. Unterordnung bedeutet, dass ein engerer, spezifischerer Begriff einem weiteren, allgemeineren Begriff, dem Oberbegriff, zugeordnet ist. Der Unterbegriff hat alle Merkmale des Oberbegriffs und zusätzlich mindestens ein einschränkendes Merkmal.
Das Verhältnis von Begriffen zueinander spielt besonders bei der Gestaltung der Suchanfrage und hier vor allem bei Einschränkung und Erweiterung eine Rolle.
 
Beispiel: Oberbegriff "Baum"
Unterbegriffe: Laubbaum, Nadelbaum, Obstbaum ...
 
Oberbegriff "Bier"
Unterbegriffe: Alt, Kölsch, Pils ...
 Urheberrecht
Recht zum Schutz der Urheber von Werken auf dem Gebiet der Literatur, Wissenschaft und Kunst vor Plagiat, nicht autorisierter Vervielfältigung, Verbreitung und öffentlicher Zugänglichmachung ihrer Werke. 
Dieses Recht erlischt 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers, d. h. sein Werk ist dann für alle Nutzungsarten freigegeben.
Das Urheberrecht muss bei der Vervielfältigung und dem Export von Literatur sowie bei deren Weiterverarbeitung beachtet werden.
 
Beispiel: Ohne Zustimmung des Autors darf kein Kapitel aus einem Buch vervielfältigt und kommerziell als eigenständige Publikation auf den Markt gebracht werden.
 URN
(engl.) Abkürzung für: Uniform Resource Name
dauerhafte Identifizierungsmöglichkeit, die gewährleistet, dass ein Internet-Dokument langfristig unter derselben Adresse erreichbar ist. 
 
Sie  dient der dauerhaften ortsunabhängigen Vermittlung von Internetadressen aufgrund von Standards für Struktur und Syntax. Die Vergabe wird von einer Registrierungsagentur (in Deutschland der Deutschen Bibliothek Frankfurt am Main) übernommen. Diese legt im Rahmen einer kooperativ geführten, übergeordneten Verwaltung grundlegende Abläufe und den Resolving-Mechanismus fest. Der Resolving-Mechanismus sichert die Weiterleitung von der URN zu einer gültigen URL und damit die dauerhafte Adressierung und Referenzierung.
 
Beispiel: Die Bayerische Staatsbibliothek ist bei der Deutschen Bibliothek als Namensraumgeberin bekannt. Die URN-Syntax lautet:
URN:nbn:de:bvb:12