Bibliotheksglossar

Mit Dank entnommen dem "Glossar zu Begriffen der Informationskompetenz" der Universitätsbibliothek Kaiserslautern und ergänzt bzw. angepasst durch die Webredaktion.

 Patent
Hoheitlich erteiltes gewerbliches Schutzrecht, das ein zeitlich begrenztes Verbietungsrecht gewährt. 
 
Patente werden von staatlichen Patentämtern (in Deutschland dem Deutschen Patent- und Markenamt in München) auf Antrag für Erfindungen erteilt, die neu sind, auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhen und gewerblich anwendbar sind.
 
Ein Patent gibt seinem Inhaber das Recht, anderen zu verbieten, die patentierte Erfindung unerlaubt zu verwenden, d. h. z. B. ein geschütztes Erzeugnis herzustellen, anzubieten oder zu benutzen oder ein geschütztes Verfahren anzuwenden.
 
Patente werden in Patentdatenbanken nachgewiesen. So verzeichnet etwa die Patentdatenbank PADE die Patente und Gebrauchsmuster, die beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet wurden.
 Pay-per-view
Abrechnungsart für den Abruf von in elektronischer Form angebotenen Zeitschriftenartikeln. 
 
Über eine Fachdatenbank oder das Inhaltsverzeichnis einer elektronischen Zeitschrift gelangt man zu der bibliografischen Beschreibung des Artikels, dessen Volltext per Link dann zugänglich ist, wenn man für den Abruf (meist per Kreditkarte) bezahlt. Die Preise für die einzelnen Artikel sind anbieterabhängig unterschiedlich hoch.
 PDF
(engl.) Portable Document Format, plattformunabhängiges Dateiformat.
Um PDF-Dateien lesen zu können, ist  ein spezielles Programm (ein PDF-Reader) erforderlich.
 
Viele Aufsätze in elektronischen Zeitschriften werden zum Herunterladen in PDF angeboten, weil dieses Format den Vorteil bietet, dass das originale Erscheinungsbild des Aufsatzes unveränderlich erhalten bleibt, aber Teile des Inhalts dennoch zur Weiterverarbeitung freigegeben werden können.
 PDF-Reader
Spezielles Software-Programm zum Lesen von in PDF (Portable Document Format) vorliegenden Dokumenten.
 
Viele Aufsätze in elektronischen Zeitschriften werden zum Herunterladen in PDF angeboten, weil dieses Format den Vorteil bietet, dass das originale Erscheinungsbild des Aufsatzes unveränderlich erhalten bleibt, aber Teile des Inhalts dennoch zur Weiterverarbeitung freigegeben werden können.
 
Beispiel: Adobe Reader
http://www.adobe.com/products/reader/
Ghostview
http://www.cs.wisc.edu/~ghost/gsview/
 Peer-Review-Verfahren
Bewertung einer wissenschaftlichen Arbeit durch unabhängige Gutachter, Wissenschaftler des selben Fachgebiets, sog. "Peers" (engl. für "Ebenbürtige; Gleichrangige"). 
 
Das Peer-Review-Verfahren ist das gängigste Verfahren der Qualitätsprüfung vor Veröffentlichung von Beiträgen in wissenschaftlichen Zeitschriften. Umgekehrt gilt die Anwendung des Peer-Review-Verfahrens ihrerseits als wichtiger Faktor bei der Einschätzung der Bedeutung einer wissenschaftlichen Zeitschrift.
 
Um in der sich entwickelnden Publikationslandschaft für wissenschaftliche Veröffentlichungen die qualitätssichernde Funktion des Peer-Review-Verfahrens auch für Open-Access-Publikationen zu erhalten, sind verlagsunabhängige Infrastrukturen notwendig. Ein Beispiel für ein derartiges Infrastrukturangebot ist die Initiative Digital Peer Publishing (DiPP).
 Peer-Review-Zeitschrift
Zeitschrift, die zur Qualitätsbewertung der zur Veröffentlichung eingereichten Beiträge das Peer-Review-Verfahren anwendet.
 
Die Anwendung des Peer-Review-Verfahrens gilt neben dem Impact Factor als wichtiges Kriterium zur Einschätzung der Bedeutung einer wissenschaftlichen Zeitschrift.
 Periodikum
(gr.-lat.) Veröffentlichung, die in regelmäßigen Abständen erscheint, z. B. eine Zeitung, eine Zeitschrift oder ein Jahrbuch.
 Persistent Identifier
Eindeutige elektronische Kennzeichnung online gespeicherter Dokumente wie Bücher, Reihen oder Hochschulschriften.
 
Persistent Identifier dienen der dauerhaften Sicherung der Auffindbarkeit elektronisch zugänglicher Dokumente. Während eine URL (Uniform Resource Locator) sich aus verschiedenen Gründen ändern kann, bleibt ein Persistent Identifier für das ihm zugewiesene Dokument stabil.
 
Es gibt verschiedene Arten von Persistent Identifiers, z.B. URN (Universal Resource Name), DOI (Digital Object Identifier) oder PURL (Persistent URL).
 Personenschlagwort
Schlagwort, das eine Person benennt, die Inhalt einer Veröffentlichung ist.
 
Bei der inhaltlichen Beschreibung einer Publikation lassen sich verschiedene Aspekte unterscheiden, die jeweils mit einem bestimmten Typ von Schlagwort beschrieben werden. Neben den Personenschlagwörtern sind Sachschlagwörter, Zeitschlagwörter und geographische Schlagwörter üblich.
 
Der Vorteil von Personenschlagwörtern besteht v. a. darin, dass alle möglichen Namensformen (z. B. Künstlernamen, Mädchennamen, mehrere Vornamen etc.) als Varianten der normierten Namensform erfasst werden und dadurch bei einer Recherche ebenfalls gefunden werden können.
 
Beispiel: Titel:     Liebe und Aufklärung bei Voltaire / Inga Grebe. Berlin : dissertation.de, 2006
 
Schlagwortkette: 
|p|Voltaire ; |s|Liebe ; |s|Aufklärung  
 
Beim Personenschlagwort "Voltaire" ist u.a. "Arouet, François Marie" - der wirkl. Name Voltaires - als Variante erfasst. Die angeführte Publikation könnte daher auch mit der Eingabe "Arouet" gefunden werden.
 Phrase
Suche nach zusammenhängenden Wortfolgen.
 
Kataloge sehen oft ein gesondertes Suchfeld für die Phrasensuche vor; Suchmaschinen hingegen verlangen meist die Eingabe des Suchbegriffs in Anführungszeichen oder Hochkommata. 
 
Bei der Literatursuche ist die Phrasensuche immer dann wichtig, wenn die Einzelteile der Wortfolge sehr allgemein sind und dadurch eine zu große Treffermenge erzielt würde.
 
Beispiel: Die Phrasensuche "Deutsche Bank" findet passende Treffer zu der gesuchten Institution (und nicht zu deutschen Banken im allgemeinen).
 Plagiat
Geistiger Diebstahl; Verletzung des Urheberrechts an der geistigen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Produktion anderer durch nicht oder kaum veränderte Wiedergabe ohne Kennzeichnung der ursprünglichen Urheberschaft.
 Plug-In
Computerprogramm, das die Fähigkeiten des Browsers erweitert, insb. die Darstellung verschiedener Dateiformate und Multimedia-Elemente ermöglicht.  
 
Bei der Literatursuche können Plug-Ins von Bedeutung sein, wenn Sie sich elektronische Dokumente am Bildschirm ansehen möchten.
 
Beispiel: Macromedia Flash Player; Adobe Reader/Acrobat Reader-Plugin der Firma Adobe für die verschiedenen Webbrowser
 Podcast
Podcasting meint das Bereitstellen und Produzieren von Mediendateien (Podcasts) im Internet. Man kann Podcasts als Rundfunksendungen oder Mediendateien auffassen, die sich unabhängig von einer Sendezeit abrufen lassen. Der Wortstamm selbst ist eine Zusammensetzung aus "broadcasting" ("Senden" / "Rundfunk") und iPod (MP3-Player von Apple). Damit der Nutzer die Audiobeiträge im Internet findet, werden sie meist mittles RSS-Feeds oder Atom-Feeds mit der mit der entsprechenden Webadresse veröffentlicht.
 Popup-Fenster
Bildschirmfenster, das sich beim Anklicken eines Links auf einer Internetseite mit neuem Inhalt öffnet.
 Präsenzbestand
Nicht ausleihbarer Medienbestand, der nur innerhalb einer Bibliothek genutzt werden darf.
 Präsenzbibliothek
Bibliothek, deren Medienbestände im Regelfall nicht ausgeliehen werden können.
 Precision
(engl.) Präzision; im Zusammenhang mit der Literaturrecherche beschreibt der Begrifff Precision die Genauigkeit eines Suchergebnisses. 
 
Er gibt den Anteil der gefundenen relevanten Dokumente im Verhältnis zu allen gefundenen Dokumenten an. 
 
Die Überprüfung der Precision hilft dabei, ein Suchergebnis zu bewerten: Wenn nur ein geringer Teil der erzielten Treffer für das jeweilige Thema relevant sind, sollten die Suchbegriffe variiert werden.
 Primärliteratur
Originalliteratur, Schriften eines Autors oder Quellenwerke (z. B. Gesetze, Urkunden), die zum Gegenstand wissenschaftlicher Forschung werden können.
 
Primärliteratur wird in der Regel nicht inhaltlich erschlossen und ist meist nicht in bibliografischen Datenbanken nachgewiesen, sondern in speziellen Autorenbibliografien verzeichnet. Dort findet man dann alle Ausgaben eines Werkes der Schönen Literatur und kann die Textgeschichte nachvollziehen.
 Printmedien
Gedruckte Veröffentlichungen, im Gegensatz zu elektronischen Medien.
 Protokoll
Hier: Satz von Regeln, nach denen Daten zwischen Computern ausgetauscht werden.
 Provider
Anbieter von elektronischen Dienstleistungen. 
 
Aus dem Alltag bekannt sind meist Internetprovider, über die Privatpersonen Zugang zum Internet erlangen.
 
Für die Literatursuche von Bedeutung sind vor allem die Provider von elektronischen Zeitschriften oder Datenbanken.
 Proxy-Server
Mit Hilfe eines Proxy-Servers kann die Sicherheit in einem Rechnernetz erhöht werden. 
 
Die Software kann u. a. dazu benutzt werden, Zugangskontrollen durchzuführen oder Zugriff auf bestimmte Sites oder Dokumente zu verweigern oder zu gewähren (Firewall). 
 
Außerdem kann ein Proxy-Server als eine Art Zwischenspeicher fungieren, um einmal aufgerufene Web-Seiten nicht immer wieder über den heimatlichen Host neu ansteuern zu müssen. Damit können Wartezeiten u. U. erheblich verkürzt werden.
 Publikationsart
Form einer schriftlichen Veröffentlichung, von Zweck, Umfang und Inhalt bestimmt.
 
In Katalogen und Datenbanken ist der Publikationstyp meist ein mögliches Suchkriterium, mit dem die Treffermenge bei einer Literatursuche formal eingeschränkt werden kann.
 
Beispiel: Buch, [[Aufsatz]], Beitrag in einem [[Sammelwerk]], Dissertation, Working Paper etc.