Bibliotheksglossar

Mit Dank entnommen dem "Glossar zu Begriffen der Informationskompetenz" der Universitätsbibliothek Kaiserslautern und ergänzt bzw. angepasst durch die Webredaktion.

 Nachbarschaftsoperator
Operator, durch den bei einer Informationsrecherche die Reihenfolge und der Abstand der eingegebenen Suchbegriffe festgelegt wird.
 
Form und Möglichkeiten von Nachbarschaftsoperatoren können je nach Datenbank unterschiedlich sein, daher sollte bei ihrer Verwendung die Datenbankhilfe herangezogen werden. 
 
Bei der Literatursuche sind Nachbarschaftsoperatoren besonders dann von Nutzen, wenn ein Datensatz sehr umfangreich ist, z.B. neben bibliografischen Angaben auch Abstracts enthält.
 
Beispiel: Mit einem Nachbarschaftsoperator kann man z.B. festlegen, dass die gesuchten Begriffe unmittelbar nebeneinander, im Abstand von n Worten, im gleichen grammatikalischen Satz oder im gleichen Suchfeld vorkommen müssen.
 Nachschlagewerk
Meist alphabetisch geordnetes Sachwörterbuch für alle oder einzelne Wissensgebiete.
 Nationalbibliografie
Verzeichnis von Medien, die innerhalb nationaler Grenzen publiziert werden; darüber hinaus verzeichnen Nationalbibliografien z. T. auch Literatur, die inhaltlich einen Bezug auf den jeweiligen Staat hat.
 
Beispiel: Deutsche Nationalbibliographie:
http://www.ddb.de/service/zd/dnb.htm
 Nationallizenz
Zugriffsrecht auf ein elektronisches Informationsmittel, wie z. B. eine Datenbank oder eine elektronische Zeitschrift, das deutschlandweit gilt.
 
Der Begriff Nationallizenz ist für unbefristete Lizenzen gebräuchlich, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) seit 2004 für eine Reihe von Produkten erwirbt, um die jeweiligen Informationsmittel deutschlandweit zugriffsfähig zu machen. Im Gegensatz zu den sonst üblichen Bedingungen bei Lizenzen, werden auf diesem Weg Bibliotheken aber auch Privatpersonen zeitlich unbegrenzte Zugriffsrechte auf die jeweiligen Produkte eingeräumt.
 Netiquette
Aus den Begriffen "Etikette" und "Netz" zusammengefügte Bezeichnung für Verhaltensregeln im Internet, die dafür sorgen sollen, dass auch in diesem potentiell anonymen Umfeld Höflichkeit und Fairness im  Umgang nicht verloren gehen.
 
Zur Netiquette gehört auch, die geistige Urheberschaft von Texten im Internet zu respektieren und Zitate daraus korrekt wiederzugeben und zu kennzeichnen. Bei der Weiterverwendung im wissenschaftlichen Zusammenhang sind hier - analog zu gedruckter Literatur - bestimmte  Zitiervorschriften einzuhalten.
 Netzwerk
Hier: Computer, die miteinander verbunden sind, um Ressourcen wie  Software, Drucker etc. zu teilen und Informationen auszutauschen.
 Newsgroup
Nachrichtenbereich im Internet, der jeweils ein bestimmtes Thema zum Inhalt hat und an dessen Erörterung man mit Hilfe eines Newsreaders teilnehmen kann. Im Gegensatz zur Mailingliste erhält man die Diskussionsbeiträge nicht automatisch zugeschickt.
 
Beispiel: Spezialisierte Newsgroups für bestimmte Fachgebiete finden Sie z. B. über LOTSE.
 Nicht-Buch-Materialien
Bibliothekarische Bezeichnung für Medien, die nicht in Buchfom vorliegen, z.B. Mikroformen oder Audiovisuelle Medien.
 
In den meisten Online-Katalogen und Datenbanken kann nach diesen Medienarten gezielt gesucht werden.
 Notation
(lat.) Bezeichnung, Kennzeichnung. Symbolische (meist nummerische oder alphanummerische) Kurzbezeichnung eines Themenbereich (Klasse) innerhalb einer systematischen Darstellung eines Wissenschaftsfachs (Klassifikation).
 
Notationen dienen hauptsächlich der inhaltlichen Erschließung von Dokumenten. Sie können standortfrei sein, wenn sie z. B. in einer bibliografischen Datenbank vorkommen oder als Teil einer Signatur standortgebunden, wenn z. B. ein Bibliotheksbestand systematisch aufgestellt ist.
 Numerus currens
(lat.) Laufende Nummer.
 
Bestandteil der Signatur bei der Erschließung und Aufstellung von Medien mit Hilfe einer Klassifikation oder Systematik.
 
Die laufende Nummer dient der Unterscheidung von Medien, die die gleiche Thematik behandeln und mit der gleichen Notation/Systemstelle versehen sind.
 
Beispiel: Beispiele für Signaturen, die aus einem Notationsbestandteil und einem Numerus currens-Bestandteil zusammengesetzt sind:
 
Werner Dahlheim: Julius Caesar 21=LBU1631
Luciano Canfora: Caesar 21=LBU1615
 
Die höhere Nummer weist i. d. R. auf die jeweils aktuellere Literatur hin, da die Nummern aufsteigend in der Reihenfolge des Einarbeitung der Bücher in den Bibliotheksbestand vergeben werden.
 Numerus-currens-Aufstellung
Aufstellung der Medien einer Bibliothek nach einer laufenden Nummer.
 
Die Medien werden ohne Rücksicht auf ihren Inhalt in der zufälligen Reihenfolge, in der sie in die Bibliothek gelangen, laufend durchnummeriert und entsprechend in den Regalen eingeordnet. In der Regel geschieht dies jedoch in Kombination mit anderen Hauptordnungselementen (Erscheinungsjahr, Format o.ä.).
 
Diese Aufstellungsart findet sich meist in Magazinbereichen. Bei Numerus currens-Aufstellung muss die Signatur eines Buchs am Katalog ermittelt werden, da eine Orientierung am Thema - anders als etwa bei der systematischen Aufstellung - nicht möglich ist.