Bibliotheksglossar

Mit Dank entnommen dem "Glossar zu Begriffen der Informationskompetenz" der Universitätsbibliothek Kaiserslautern und ergänzt bzw. angepasst durch die Webredaktion.

 Imagekatalog
Digitalisierte Form von gedruckten Bibliothekskatalogen.
 
Imagekataloge werden über das Einscannen der jeweiligen gedruckten Kataloge erzeugt.
Auf diese Weise kann z. B. auch ein konventioneller Kartenkatalog über das Internet zur Verfügung gestellt und damit unabhängig von Zeit und Ort genutzt werden.
 
Beispiel: DigiKat: Digitalisierter alphabetischer Zettelkatalog der Württembergischen Landes-bibliothek
 Impact Factor
(engl.) Maßzahl, die als Bewertungskriterium für die Bedeutung einer Fachzeitschrift herangezogen wird. 
 
Sie beruht auf der durchschnittlichen Zitierungsrate, die die Artikel einer Zeitschrift innerhalb einer bestimmten zeitlichen Frist erzielen.
 
Der Impact Factor wirkt sich insbesondere auf die Beurteilung von Wissenschaftle-rinnen und Wissenschaftlern aus: Die Qualität ihrer Arbeit wird u. a. an der Höhe des Impact Factors der Zeitschriften gemessen, in denen sie veröffentlicht haben.
 Index
Alphabetisches Verzeichnis, z. B. Namen-, Titel-, Stichwortverzeichnis.
 
In Zusammenhang mit elektronischen Informationsmitteln:
Sortierte Liste möglicher Suchbegriffe, z. B. von Schlagwörtern, Stichwörtern oder Verfassernamen.
 
Ein Index hilft dabei, die richtigen Suchbegriffe für das jeweilige Informationsmittel zu finden sowie jene Begriffe, die um einen Suchbegriff "herum" gruppiert sind. Er ermöglicht das Nachschlagen und Auswählen verschiedener Variationen (Singular, Plural, Genitiv, Wortzusammensetzungen u. ä.) eines Suchbegriffs und hilft bei Un-sicherheiten bezüglich der Schreibweise eines Suchbegriffs.
 Indexierung
Verfahren, das die Inhalte von Texten zur Relevanzbeurteilung durch den Benutzer mit Worten beschreibt. 
 
Dabei werden die freie Vergabe von Begriffen sowie der Einsatz von kontrolliertem Vokabular aus einem Thesaurus unterschieden. Das häufigste Verfahren in deut-schen Bibliotheken ist eine Erschließung über Schlagwörter des Systems RSWK (Regeln für den Schlagwortkatalog).
 Informationsbeschaffung
Wege zur Beschaffung ermittelter Informationen und Publikationen.
 

- Suche im lokalen Bibliothekskatalog: Ausleihe oder Kopieren in der Bibliothek vor Ort.
- Direkter Zugriff auf Volltexte über Datenbanken und elektronische Zeitschriften.
- Bestellung über Fernleihe
- Bestellung per Dokumentlieferung
- Pay-per-View
 Informationsbewertung
Prüfung von Information auf ihre wissenschaftliche Relevanz; besonders wichtig bei der Verwendung von Informationen aus dem Internet.
 
Folgende Kriterien können dazu herangezogen werden:

- Zielgruppe - wird ein wissenschaftlich interessiertes (Fach-)Publikum angespro-chen?
- Autorschaft - ist der Autor eindeutig belegt, lässt er sich einer wissenschaftlichen Einrichtung zuordnen?
- Qualitätssicherung - Bewertung durch Gutachter oder Herausgeber?
- Sprache - wird die jeweilige Fachsprache mit den entsprechenden Fachtermini verwendet?
- Nachprüfbarkeit des Inhalts - werden Quellen genannt, gibt es ein Literaturver-zeichnis?
- Aktualität - wie aktuell sind verwendete Quellen, Literatur oder eingefügte Links?
- Aufmachung - eher nüchtern, klar gegliedert, übersichtlich?
- Verlag - handelt es sich um einen anerkannten Fachverlag für die jeweilige Dis-ziplin? 
- Rezensionen - gibt es Besprechungen in einschlägigen Rezensionsorganen oder Fachzeitschriften?
- Bibliothek - ist die Publikation in einer wissenschaftlichen Bibliothek vorhanden?  
Beispiel: Kritische Evaluation von Literatur - Universitätsbibliothek Bochum,
Evaluation von WWW-Seiten - Universitätsbibliothek Bochum
 Informationskompetenz
Fähigkeit, die es ermöglicht, bezogen auf ein bestimmtes Problem Informationsbe-darf zu erkennen, Informationen zu ermitteln und zu beschaffen sowie Informatio-nen zu bewerten und effektiv zu nutzen.
 
Beispiel: Internetportal zur *Vermittlung von Informationskompetenz an deutschen Hoch-schulen*
*Standards der Informationskompetenz für Studierende*, erarbeitet vom Netzwerk Informationskompetenz Baden-Württemberg
 Informationsmittel
Verzeichnisse, in denen Literatur und Fakten nachgewiesen werden.
 
Beispiel: [[DBIS]]
[[Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB)]]
 Informationsprozess
Relevante Schritte zur gezielten Informationssuche und -nutzung. 
 
Dazu gehören: 

- Was suchen Sie? - Thema analysieren
- Was brauchen Sie? - Informationstiefe bestimmen
- Wie suchen Sie? - Suchstrategie festlegen
- Wo suchen Sie? - Informationsmittel auswählen
- Suche durchführen 
- Suchergebnis formal und inhaltlich bewerten (Precision, Recall)
- Suchstrategie gegebenenfalls modifizieren
- Informationen beschaffen
- Informationen inhaltlich bewerten (Informationsbewertung)
- Informationen verarbeiten  
Beispiel: Dynamisches Modell der Informationskompetenz (DYMIK)
 Informationszugang
in Zusammenhang mit elektronischen Informationsmitteln: Bedingungen und Mög-lichkeiten zur Nutzung von Informationsmitteln
 
Bei Datenbanken und elektronischen Zeitschriften werden unterschieden:

- im Netz frei verfügbare Ressourcen
- lizenzpflichtige Ressourcen;  der Zugriff auf diese Ressourcen ist i. d. R. auf einen fest definierten Nutzerkreis (z. B. Angehörige einer Hochschule) beschränkt.  
Beispiel: Ampelsystem der [[Elektronische+Zeitschriftenbibliothek+(EZB)]]
 Inhaltliche Erschließung
Verfahren, die zur Erschließung von Medien eingesetzt werden, um Auskunft über das jeweils behandelte Thema einer Publikation zu geben. 
 
Im Gegensatz zur bibliografischen Beschreibung, bei der eine Publikation nach for-malen Elementen (z. B. Verfassername, Titel) verzeichnet wird, geht es bei der in-haltlichen Erschließung um die inhaltlich-thematische Beschreibung einer Publikation.
Man unterscheidet zwischen verbalen Verfahren, die natürlichsprachliche Bezeich-nungen (z. B. Stichwörter, Deskriptoren, Schlagwörter, Abstracts) verwenden, und klassifikatorischen Verfahren, die auf Klassifikationssystemen mit (meist) hierar-chisch geordneten Haupt- und Untergruppen oder Klassen beruhen, die durch Nota-tionen/Systemstellen bezeichnet werden.
 Inhaltliche Suche
Suche von Literatur und Informationen zu einem bestimmten Thema.
Bei der thematischen Suche werden im Gegensatz zur formalen Suche besonders inhaltliche Suchkategorien wie Schlagwort, Notationen, Thesaurus verwendet. Man-che Datenbanken und Online-Kataloge ermöglichen bei der Standardeinstellung thematische Suchen über mehrere inhaltliche und formale Suchkategorien hinweg. 
Bei einer hohen Trefferzahl sollten spezifischere Suchkategorien, wie Schlagwort, Notationen genutzt werden.
 Inhaltsangabe
(engl.) Zusammenfassung eines Dokumenteninhalts. 
 
Ein Abstract hilft bei der Entscheidung, ob das zugehörige Dokument relevant ist. Abstracts sind häufig Bestandteil von bibliografischen Datenbanken.
 Initialwort
(griech.) Abkürzung, gebildet aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter oder den Bestandteilen eines komplexen Wortes.
 
Beispiel: FAQ = Frequently asked questions
HBZ = Hochschulbibliothekszentrum
 Institutsbibliothek
Fachlich spezialisierte Bibliothek, die einem Institut, einem Lehrstuhl, einem Fach-bereich o. ä. in einer Hochschule untersteht. 
 
Institutsbibliotheken halten die Literatur zu den jeweiligen fachlichen Inhalten in Forschung und Lehre vor. 
Die Medien sind i. d. R. als Freihandbestände aufgestellt und können nur in den Räumen der Bibliothek genutzt werden (Präsenzbibliotheken).
 
Beispiel: Institutsbibliothek Wirtschaftsinformatik der Universität Münster
 Internetadresse
(engl.) Abkürzung für: Uniform Resource Locator
Adresse, unter der ein Dokument im World Wide Web zu finden ist.
Die allgemeine Syntax lautet:
Dienst (z.B. http, ftp, telnet)://Rechnername:Port/Pfad/Datei.
 
Beispiel: Die Adresse des Online-Katalogs der Staatsbibliothek  zu Berlin lautet so z.B.:
http://opc.staatsbibliothek-berlin.de:8080/
 Internetbuchhandel
Vertrieb von Medien auf elektronischem Weg mithilfe des Internets, das dabei für die Suche, die Bestellung und die Bezahlung der Medien genutzt wird.
Kundinnen und Kunden erhalten so unmittelbar Informationen darüber, ob ein Me-dium lieferbar ist, wieviel Zeit die Lieferung in Anspruch nehmen wird und welche Kosten mit der Lieferung verbunden sind.
 
Bestimmte Anbieter haben sich auf den elektronischen Vertrieb älterer Medien spe-zialisiert (Antiquariatsbuchhandel).
 
Beispiel: Eine umfassende Übersicht von Internetbuchhändlern bietet Google.
 Internetverzeichnis
Eine Sammlung von Adressen von Web Sites, die nach bestimmten Themen sortiert ist, bezeichnet man im World Wide Web als Verzeichnis oder als Katalog.
 
Beispiel: Ein bekanntes Beispiel eines Webkatalogs oder -verzeichnisses ist Yahoo.
 Intranet
Institutionsinternes Informations- und Kommunikationsnetz.
 
Intranetsysteme können je nach Unternehmenspolitik mit dem globalen Internet verknüpft werden und damit externe Dienste nutzen.
 IP-Adresse
Abkürzung für: Internet Protokoll-Adresse
 
Normierte Ziffernfolge, die jeden an ein Netzwerk angeschlossenen Computer ein-deutig identifizierbar macht; zu diesen Netzwerken gehört insbesondere das Inter-net.
Eine IP-Adresse besteht aus vier durch Punkt getrennte Zahlen, die jeweils einen Wert zwischen 0 und 255 annehmen können.
 
Beispiel: http://141.84.147.198
 ISBN
(engl.) Abkürzung für: International Standard Book Number; dt. Internationale Standard-Buchnummer
 
Internationaler Zifferncode, der der eindeutigen Identifizierung von Monografien dient.
 
Die ISBN besteht aus fünf durch Bindestriche oder Zwischenräume getrennten Teilen mit insgesamt 13 Stellen und den vorangestellten Buchstaben ISBN (Beispiel: ISBN 987-3-7657-1111-4).
 
Teil 1: Präfix, eine 3-stellige Zahl
Teil 2: Gruppennummer für nationale, geographische, Sprach- oder ähnliche Grup-pen (3 = deutschsprachiger Raum)
Teil 3: Verlagsnummer für den einzelnen Verlag in einer Gruppe
Teil 4: Titelnummer für das einzelne Buch des in Teil 3: bezeichneten Verlages  
Teil 5: Prüfziffer.
 
Bis zum 01. Januar 2007 war die ISBN lediglich zehnstellig.
 ISSN
(engl.) Abkürzung für: International Standard Serial Number; dt. Internationale Standard-Seriennummer 
 
Internationaler Zifferncode, der der eindeutigen Indentifizierung von fortlaufenden Sammelwerken (Zeitschriften, Schriftenreihen) und Zeitungen dient. 
 
Die ISSN ist achtstellig und gliedert sich in zwei Teile, Beispiel 0113-4763. Im Ge-gensatz zur ISBN stellen diese Zahlen keine Schlüsselzahlen für den Verlag oder die nationale Herkunft eines Sammelwerks dar.
 
Die Vergabe der ISSN wird von nationalen ISSN-Zentren vorgenommen, die zu-sammen das ISSN-Netzwerk bilden, in Deutschland ist dies die Deutsche National-bibliothek in Frankfurt am Main.