Bibliotheksglossar

Mit Dank entnommen dem "Glossar zu Begriffen der Informationskompetenz" der Universitätsbibliothek Kaiserslautern und ergänzt bzw. angepasst durch die Webredaktion.

 Basic Index
Suchfeld in vielen Online-Katalogen und Datenbanken, das eine gleichzeitige Suche in mehreren Datenfeldern bewirkt.
I. d. R. umfasst die Freitextsuche die wichtigsten Datenfelder, wie "Verfasser", "Titel", "Schlagwörter", "Körperschaft", "Verlag". Genaue Angaben finden sich im Hilfetext der jeweilligen Datenbank. 
Die Freitextsuche ermöglicht einerseits eine Suche auf breiter Datenbasis, andererseits kann sie auch schnell zu großen und ungenauen Treffermengen führen.
 Basic Search
Suchmöglichkeit in Online-Katalogen und Datenbanken, die i. d. R. der Freitextsuche entspricht.
 
In der Einfachen Suche wird in aller Regel nur ein einziges Eingabefeld angeboten. Welche Begriffe man hier eingeben kann, hängt von der jeweiligen Datenbank ab und lässt sich im Einzelnen über die Hilfetexte ermitteln.
 Basisklassifikation
Klassifikation, die an niederländischen Bibliotheken entwickelt worden ist und in Deutschland insbesondere vom Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) flächendeckend zur systematischen Erschließung eingesetzt wird.
Die Basisklassifikation ist mit ca. 2.100 Klassen ein relativ grobes Klassifikationssystem. Sie ermöglicht die Suche nach einem größeren Sachgebiet, das dann evtl. durch weitere Suchbegriffe eingegrenzt werden muss.
 Bayerischer Verbundkatalog
Nachweis der Bestände des Bibliotheksverbunds Bayern (BVB) in einer gemeinsamen Datenbank.
 Begriffsrelation
Beziehung zwischen Begriffen, die zu einem kontrollierten Vokabular, insbesondere zu einem Thesaurus gehören.
Begriffe können in ihrer Bedeutung äquivalent (bei Synonymen), hierarchisch über- bzw. untergeordnet (bei Ober- und Unterbegriffen) oder assoziativ verknüpft (verwandte Begriffe) sein. Diese Begriffsrelationen werden i. d. R. durch Verweisungen mit "siehe" oder "siehe auch" angezeigt.
Beispiel: Zwischen dem Begriff "Südfrucht" und dem Begriff "Orange" besteht eine hierarchische Begriffsrelation:
"Südfrucht" ist Oberbegriff zu "Orange" (und "Zitrone" etc.) bzw. "Orange" ist Unterbegriff zu "Südfrucht".
 Berichtszeitraum
Zeitspanne, die von einem Informationsmittel inhaltlich abgedeckt wird.
Bei gedruckten Bibliografien und bibliografischen Datenbanken ist es wichtig, den Berichtszeitraum zu kennen, um die Vollständigkeit der enthaltenen Informationen einschätzen zu können. So kann es v. a. bei gedruckten Bibliografien vorkommen, dass der Berichtszeitraum eines Werkes, das gerade erschienen ist, dennoch schon mehrere Jahre vorher endet. Aktuelle Informationen müssen dann auf einem anderen Weg ermittelt werden.
Beispiel: Die Datenbank *Periodicals Index Online* deckt i. d. R. den Zeitraum 1665-1995 ab, manche Zeitschriften sind jedoch nur bis 1990 ausgewertet.
Siehe: http://www.bibliothek.uni-regensburg.de/dbinfo/einzeln.phtml?titel_id=1676
 Bestand
Alle Medien, die eine Bibliothek zur Nutzung bereitstellt und in ihren Bibliothekskatalogen verzeichnet.
Beispiel: Der Gesamtbestand der Deutschen Nationalbibliothek umfasste im Jahr 2005 rund 22,2 Millionen Medien.
 Bestandsabfrage
Suchmöglichkeit, die feststellt, wo und in welcher Form ein Medium vorhanden ist.
Die Abfrage kann im lokalen Online-Katalog, in einem Verbundkatalog oder über eine Suchmaschine im Internet erfolgen.
Viele Internetportale und Datenbanken bieten eine derartige Funktion an.
Beispiel: In der [[Digibib+NRW|DigiBib NRW]] kann man über das Suchfeld "Verfügbarkeit ermitteln" für jeden einzelnen Treffer eines Suchergebnisses herausfinden, ob das Medium in der lokalen Bibliothek oder wo sonst es vorhanden ist, so dass es gegebenenfalls über die Fernleihe bestellt werden kann.
 Bestandsnachweis
Information darüber, welche Bibliotheken ein gesuchtes Medium in ihrem Bestand haben.
Die deutschen Bibliotheken weisen ihren Bestand in erster Linie in den Verbundkatalogen des Bibliotheksverbundes nach, zu dem sie gehören. Wenn man im Online-Katalog der eigenen Bibliothek nicht fündig geworden ist, kann man über den Verbundkatalog herausfinden, welche anderen Bibliotheken in der Region das gesuchte Medium besitzen. Diese Information ist auch wichtig für die Fernleihe.
 Bibliografie
Gedrucktes Verzeichnis von Literaturnachweisen.
Eine Bibliografie versucht, in einem definierten Bereich erschienene Literatur - unabhängig von ihrem Vorhandensein in einer Bibliothek oder ihrem Publikationstyp - möglichst vollständig zu erfassen und nach inhaltlichen und/oder formalen Kriterien geordnet auffindbar zu machen. Mittels einer Bibliografie erfährt man, was es an Literatur zu einem Themengebiet gibt, aber i. d. R. nicht, wie und wo man diese bekommen kann. Dies lässt sich im Anschluss z. B. über einen Bibliothekskatalog ermitteln.
Zunehmend werden Bibliografien auch in Form von elektronischen Datenbanken publiziert.
 Bibliografisch selbstständige Literatur
Publikationen, die inhaltlich  und physisch, z. B. als Buch, eine abgeschlosse Einheit bilden.
Sie sind nicht  in eine andere Publikation, wie Zeitschrift oder Sammelwerk, eingebunden.
In Bibliothekskatalogen kann i. d. R. nur selbständig erschienene Literatur gefunden werden.
 Bibliografisch unselbstständige Literatur
Texte, die Teil eines selbständig erschienenen Werkes (Bücher, Zeitschriften) sind.
Damit werden vor allem Aufsätze und Veröffentlichungen in Büchern, Sammelwerken und Zeitschriften bezeichnet. Unselbständig erschienene Literatur wird in der Regel nicht in Bibliothekskatalogen verzeichnet, sondern muss über Bibliografien bzw. Datenbanken ermittelt werden.
Beispiel: Georg Ruppelt: Wenn die faulen Säcke mit den grauen Mäusen... Plädoyer für die vielfältige Zusammenarbeit von Schulen und Bibliotheken. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie 6 (2005), S, 311 - 319.
Roswitha Poll: Die Nordrhein-Westfälische Bibliographie. In: Bücher für die Wissenschaft. Festschrift für Günter Gattermann. Hrsg. v. Gert Kaiser. München: Saur, 1994, S. 419 - 430.
 Bibliografische Beschreibung
Standardisierte formale Angaben über eine Publikation.
Bei einem Buch sind das z. B. Titel, Autor, Erscheinungsort, Verlag, Erscheinungsjahr, Seitenzahl, ISBN.
Bibliografische Beschreibungen bilden das Grundgerüst jeder Literaturangabe, Bibliografie oder bibliografischen Datenbank. Welche Elemente genau in den bibliografischen Beschreibungen enthalten sein müssen, wird im wissenschaftlichen Bereich durch Zitiervorschriften und im Bibliotheks- und Dokumentationswesen durch spezielle Regelwerke festgelegt.
Zur bibliografischen Beschreibung kommt bei Bibliografien und bibliografischen Datenbanken häufig eine inhaltliche Erschließung hinzu.
 Bibliografische Datenbank
Elektronisches Verzeichnis von Literaturnachweisen.
Bibliografische Datenbanken erfassen die Literatur ihres Gegenstandsgebietes möglichst umfassend. Insbesondere verzeichnen sie auch unselbständig erschienene Literatur, die von Bibliothekskatalogen normalerweise nicht berücksichtigt wird.
Neben der bibliografischen Beschreibung bieten viele bibliografische Datenbanken auch eine inhaltliche Erschließung, die für eine thematische Recherche nützlich ist.
 Bibliothekskatalog
Verzeichnis der Medien, die eine Bibliothek zur Nutzung bereitstellt, meist mit der Information, wo und wie diese benutzt werden können.
Bibliothekskataloge sind heute meist in elektronischer Form als Online-Kataloge über das Internet recherchierbar. Enthalten ist in der Regel nur selbständig erschienene Literatur, die eine Bibliothek selbst zur Verfügung stellt - jedoch z.B. keine Aufsätze oder Dokumente, die im Internet frei nutzbar sind.
Ältere Kataloge können auch in Form von gedruckten Katalogen, Image- oder Mikrofiche-Katalogen vorliegen.
 Bibliothekssigel
Abkürzung oder Zahlencode, die für eine bestimmte  Bibliothek stehen.
Mit Bibliothekssigeln wird in Katalogen gearbeitet, an denen mehrere Bibliotheken beteiligt sind (Verbundkatalog). Durch das Sigel wird eindeutig ausgedrückt, welche Bibliothek ein bestimmtes Medium zur Verfügung stellen kann. Diese Information bildet die Voraussetzung für die Fernleihe an deutschen Bibliotheken.
Beispiel: Die Sigel aller deutschen Bibliotheken kann man über das Sigelverzeichnis online recherchieren: http://dispatch.opac.ddb.de/DB=1.1/LNG=DU/SID=5ddcac1b-ba/SRT=YOP/DB=1.2/
 Bibliothekssystem
Vernetzte Teilbibliotheken, die zusammen eine funktionelle Einheit bilden.
Größere Bibliotheken bestehen in der Regel aus mehreren Bereichen, die jeweils eine spezielle Funktion besitzen, z.B. Bereitstellung von Medien zur Ausleihe, zur Nutzung vor Ort oder für ein bestimmtes Fach. Oft sind die einzelnen Bereiche in verschiedenen Räumlichkeiten untergebracht. Sie arbeiten dennoch eng zusammen und bilden daher ein System.
Beispiel: Viele Universitäten in Deutschland besitzen eine Zentralbibliothek mit Magazinausleihe und Lehrbuchsammlung sowie zahlreiche Instituts- oder Seminarbibliotheken (sog. zweischichtiges Bibliothekssystem).
Seit einiger Zeit werden allerdings vielerorts aus Effizienzgründen Instituts- oder Seminarbibliotheken zu größeren Bereichsbibliotheken zusammengelegt, die der Universitätsbibliothek unmittelbar angegliedert sind (sog. einschichtiges Bibliothekssystem).
 Bibliotheksverbund
Zusammenschluss von Bibliotheken einer Region.
Das deutsche Bibliothekswesen ist regional in Bibliotheksverbünden organisiert. Sie erstellen jeweils einen gemeinsamen Katalog aller beteiligten Bibliotheken, den Verbundkatalog, und arbeiten bei vielen Dienstleistungen (z.B. Fernleihe) eng zusammen.
 Bibliotheksverbund Bayern (BVB)
Zusammenschluss von über 100 Bibliotheken unterschiedlicher Größenordnungen und Fachorientierungen in Bayern. Zum Verbund gehören die Bayerische Staatsbibliothek, die Universitäts- und Fachhochschulbibliotheken, die regionalen staatlichen Bibliotheken sowie eine Vielzahl weiterer Bibliotheken in Bayern.
Zu den Funktionen siehe Bibliotheksverbund.
 Biografie
Lebensgeschichte einer Person bzw. deren Beschreibung.
Bei der wissenschaftlichen Recherche sind häufig auch biografische Informationen (z. B. über Schriftsteller, Wissenschaftler, Politiker) von Interesse. Diese werden in biografischen Informationsmitteln in gedruckter oder elektronischer Form zusammengestellt. Bei wichtigen Personen des öffentlichen Lebens werden sie oft auch in Form von Monografien veröffentlicht.
Beispiel: Biografien bedeutender Personen aus dem deutschsprachigen Raum, die vor dem Jahr 1900 verstorben sind, findet man v. a. in der *Allgemeinen Deutsche Biographie* (ADB), die auch in einer elektronischen Fassung im Internet frei recherchierbar ist.
 Bookmark
(engl.) Lesezeichen.
Funktion in einem Browser, mit deren Hilfe die Adressen von Webseiten gespeichert und schnell wieder geladen werden können.
Alle Seiten, die häufiger benötigt werden, sollten als Bookmarks abgespeichert werden, um per Mausklick darauf zugreifen zu können. Damit spart man sich das Eintippen und Suchen der Adressen. Außerdem können einmal gespeicherte Bookmarks übersichtlich geordnet und bei Bedarf exportiert werden.
 Boolescher Operator
Ausdruck (Symbol oder Wort), der bestimmte logische Verknüpfungen zwischen einzelnen Suchbegriffen beschreibt, benannt nach dem Mathematiker George Boole.
In vielen Datenbanken und Online-Katalogen können die Booleschen Operatoren UND, ODER und NICHT zum Einengen oder Erweitern einer Suche verwendet werden.
Bei der UND-Verknüpfung werden die Dokumente angezeigt, in denen beide Suchbegriffe vorhanden sind (Schnittmenge). Die UND-Verknüpfung ist in Datenbanken oft voreingestellt. Sie bewirkt, dass das Ergebnis um so spezifischer ausfällt, je mehr Begriffe man zur Beschreibung einer Suchanfrage eingibt.
Bei der ODER-Verknüpfung werden die Dokumente angezeigt, in denen einer der Suchbegriffe oder beide vorkommen (Vereinigungsmenge). Verwenden Sie ODER, wenn Sie z.B. synonyme Begriffe, verschiedene Sprachen oder Schreibweisen gleichzeitig berücksichtigen wollen.
Bei der NICHT-Verknüpfung werden alle Dokumente angezeigt, in denen der erste Suchbegriff, aber nicht der zweite Begriff vorkommt. Verwenden Sie NICHT, wenn Sie einen bestimmten Aspekt, der Sie nicht interessiert, aus einem größeren Themengebiet ausschließen möchten.
Die Darstellung der Booleschen Operatoren kann unterschiedlich sein (Auswahlmenüs, deutsche oder englische Wörter, Symbole). Im Zweifelsfall geben die jeweiligen Hilfetexte Aufschluss.
 
Beispiel:  
UND
Suchen UND Finden
Das Ergebnis enthält beide Suchbegriffe > http://pollux.bsz-bw.de/DB=2.1/CMD?ACT=SRCHA&IKT=1016&SRT=RLV&TRM=suchen+finden
 
ODER
tourismus ODER fremdenverkehr
Das Ergebnis enthält einen der beiden synonymen Begriffe
erdbeere ODER strawberry
Das Ergebnis enthält den englischen oder den deutschen Begriff.
> http://dispatch.opac.ddb.de/DB=4.1/CMD?ACT=SRCH&IKT=4&SRT=YOP&TRM=erdbeere+strawberry
telefon ODER telephon
Das Ergebnis enthält den Begriff in alter oder neuer Rechtschreibung.
 
NICHT
beere NICHT erdbeere
Das Ergebnis enthält den Begriff "beere", aber nicht den Begriff "erdbeere".
 Browser
Software zum Anzeigen von Webseiten.
 
Beispiel: Mozilla Firefox Microsoft Internet Explorer Opera
 Browsing
(engl.) Blättern, Stöbern. Suchstrategie, bei der zunächst ein Überblick über vorhandene Materialien angestrebt wird, die dann systematisch durchgesehen werden, um Relevantes zu selektieren.
Viele Datenbanken bieten sachliche Indizes oder Klassifikationen als Hilfsmittel zum Durchstöbern ihrer Inhalte an. Die Methode ist v. a. dann zu empfehlen, wenn man eine Datenbank noch nicht kennt und sich einen Eindruck von ihren Inhalten verschaffen möchte.
  Beispiel: Das Google-Verzeichnis bietet die Möglichkeit, systematisch das Internet zu durchstöbern:
http://www.google.de/dirhp
 Buchstandort
Angabe über den Ort, an dem ein Buch oder ein Medium physisch zu finden  ist. 
 
Bei einem Buch oder einer Zeitschrift wird der Buchstandort über die Signatur ermittelt. Bei elektronischen Systemen werden entsprechende elektronische Speicherstellen benannt. 
Häufig auch nur "Standort" genannt.
 BVB
Zusammenschluss von über 100 Bibliotheken unterschiedlicher Größenordnungen und Fachorientierungen in Bayern. Zum Verbund gehören die Bayerische Staatsbibliothek, die Universitäts- und Fachhochschulbibliotheken, die regionalen staatlichen Bibliotheken sowie eine Vielzahl weiterer Bibliotheken in Bayern.
Zu den Funktionen siehe Bibliotheksverbund.