Bibliotheksglossar

Mit Dank entnommen dem "Glossar zu Begriffen der Informationskompetenz" der Universitätsbibliothek Kaiserslautern und ergänzt bzw. angepasst durch die Webredaktion.

 Abfragesprache
Gesamtheit der Konventionen, die beschreiben, wie Anfragen an eine bestimmte Suchkategorien durch kurze Codes ausgedrückt und können mit Hilfe von Operatoren verknüpft werden. Die Suchbegriffe können außerdem mit Platzhaltern abgekürzt werden.
 
Mit Hilfe der datenbankinternen Abfragesprache können i. d. R. sehr differenzierte Recherchen durchgeführt werden. Viele Online-Kataloge und bibliografische Datenbanken bieten daher unter der Bezeichnung *Expertensuche* o.ä. eine Möglichkeit, Anfragen in der jeweiligen Abfragesprache einzugeben.  Die Regeln hierfür werden meist im Hilfetext der jeweiligen Datenbank erläutert.
Beispiel:  
Die Anfrage
 (WTI=wirtschaft or WSW=wirtschaft) AND WJA=1999
in der Verbunddatenbank des Hochschulbibliothekszentrums NRW bedeutet:
Suche nach Ergebnissen, in denen der Suchbegriff "wirtschaft" als Titelstichwort (Code: WTI) oder als Schlagwort (Code: WSW) vorkommt und die zugleich das Erscheinungsjahr (Code: WJA) 1999 haben.
 Abkürzung
Verkürzte Form eines Wortes oder einer Wortgruppe.
In der Fachliteratur und in vielen Bibliografien und bibliografischen Datenbanken werden Abkürzungen für häufig vorkommende Wörter verwendet, insbesondere für Zeitschriftentitel oder Institutionen. I. d. R. werden sie in Abkürzungsverzeichnissen oder -indices aufgelöst. Da die Abkürzungen nicht in allen Quellen gleich sein müssen, empfiehlt es sich, für die eigene Recherche nicht die Abkürzungen, sondern die aufgelöste Form zu verwenden.
 Beispiel:  ZRP steht für die *Zeitschrift für Rechtspolitik* in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek.
In der MLA International Bibliography ist mit der gleichen Abkürzung die *Zeitschrift für romanische Philologie* gemeint.
 Abstract
(engl.) Zusammenfassung eines Dokumenteninhalts.
Ein Abstract hilft bei der Entscheidung, ob das zugehörige Dokument relevant ist. Abstracts sind häufig Bestandteil von bibliografischen Datenbanken.
 Account
Zugangsberechtigung für einen Computer oder ein Online-Angebot.
Die Identifizierung für einen Account erfolgt i. d. R. über Benutzername und Passwort.
 Administrator
Verwalter eines Rechners oder eines Computernetzes.
Der Administrator organisiert das System und kann auftretende Systemfehler beseitigen.
 Advanced Search
Suchmöglichkeit in Online-Katalogen und  Datenbanken, mittels derer die Suchanfrage gegenüber der Einfachen Suche weiter präzisiert werden kann.
In der Expertensuche werden in aller Regel mehrere Suchfelder angeboten, so dass durch die Verknüpfung verschiedener  Suchkategorien mittels Boolescher Operatoren eine genauere Treffermenge erzielt werden kann. Ältere Systeme erfordern vielfach die Eingabe der Suchanfrage in Form einer vorgegebenen Abfragesprache. Die jeweils gültigen Regeln müssen über die Hinweise auf der Suchmaske oder aus den Hilfetexten der jeweiligen Datenbank ermittelt werden.
 Akronym
(griech.) Abkürzung, gebildet aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter oder den Bestandteilen eines komplexen Wortes.
Beispiel: FAQ = Frequently asked questions
HBZ = Hochschulbibliothekszentrum
 Allgemeinbibliografie
Bibliografie, die fächerübergreifend Literatur verzeichnet.
Beispiel: Die Deutsche Nationalbibliografie ist als Allgemeinbibliografie angelegt.
Englischsprachige Werke des 19. Jahrhunderts aus allen Fachgebieten, die auf Microfiche herausgegeben worden sind, findet man in der Bibliografie *The Nineteenth Century*.
 Alphabetischer Katalog
Bibliothekskatalog, in dem die aufgeführten Medien alphabetisch geordnet sind.
Primäres Ordnungskriterium ist meist der Nachname des Verfassers oder der Anfang des Titels.
Der Begriff bezieht sich i. d. R. auf gedruckte Bibliothekskataloge, die vielfach auch als Mikrofiche-Kataloge oder Imagekataloge vorliegen. Bei Online-Katalogen spielt das Ordnungsprinzip keine Rolle, da nach beliebigen Kriterien gesucht werden kann.
 Artikel
Kürzere wissenschaftliche Arbeit, die im Rahmen von Zeitschriften, Sammelwerken usw. veröffentlicht wird.
Aufsätze fallen formal in das Gebiet der unselbständig erschienenen Literatur, die i. d. R. nicht in Bibliothekskatalogen verzeichnet wird. Daher muss man sie über Bibliografien bzw. bibliografische Datenbanken ermitteln. In Literaturangaben sind Aufsätze i. d. R. durch Vermerke wie "erschienen in" bzw. "in" oder an Seitenangaben zu erkennen.
Beispiel: Die folgende Literaturangabe bezieht sich auf einen Aufsatz von Hans Frantzmann in einem Sammelband mit dem Titel *Handbuch Portfolio Management*. Er steht dort auf den Seiten 45-62.
Hans-J. Frantzmann: Der Risikobegriff im Investmentmanagement. In: Kleeberg, Jochen M. (Hrsg.): Handbuch Portfoliomanagement. Bad Soden/Ts.: Uhlenbruch, 2002. S. 45-62.
 ASCII
(engl.) Abkürzung für: American Standard Code for Information Interchange.
ASCII ist eine der ältesten Normen zur Darstellung von Computerzeichen. ASCII-codierter Text kann daher auf nahezu allen Computern verarbeitet werden, im Gegensatz zu neueren Normen wie UNICODE.
 Attachment
(engl. Anlage) Datei, die an eine E-Mail angehängt wird.
Sie kann in einem beliebigen Datenformat gespeichert sein, beispielsweise ein Text als Word-Dokument oder eine Excel-Tabelle.
 Audiovisuelle Medien
Medien, die sowohl Ton- als auch Bildinformationen vermitteln.  Oft werden aber auch ausschließlich auditive oder visuelle Medien dazu gezählt.
Häufig kann man in Bibliothekskatalogen oder in spezialisierten Datenbanken gezielt nach einer bestimmten Medienart (Video, Bild etc.) suchen.
Beispiel: Fernsehen, Video
Tonbänder, Bilder
 Aufsatz
Kürzere wissenschaftliche Arbeit, die im Rahmen von Zeitschriften, Sammelwerken usw. veröffentlicht wird.
Aufsätze fallen formal in das Gebiet der unselbständig erschienenen Literatur, die i. d. R. nicht in Bibliothekskatalogen verzeichnet wird. Daher muss man sie über Bibliografien bzw. bibliografische Datenbanken ermitteln. In Literaturangaben sind Aufsätze i. d. R. durch Vermerke wie "erschienen in" bzw. "in" oder an Seitenangaben zu erkennen.
 Aufstellungssystematik
System, nach dem in Bibliotheken Medien geordnet und im Regal aufgestellt werden.
 Ausgabeformat
Festgelegte Form, in der ein Datensatz aus einer Datenbank exportiert werden kann.
Der Begriff ist insbesondere in Zusammenhang mit Literaturverwaltungsprogrammen gebräuchlich. Dort können i. d. R. Ausgabeformate gewählt werden, die den Zitiervorschriften einer bestimmten Zeitschrift oder Institution entsprechen.
 Authentifizierung
Überprüfen der Zugangsberechtigung eines Nutzers von Online-Angeboten, meist durch Eingabe von Benutzername und Passwort.
 Autograf
(griech. Selbstschrift).
Vom Verfasser handschriftlich verfasstes Schriftstück.
Autografen von Schriftstellern und anderen bedeutenden Persönlichkeiten sind wichtige Quellen für die Forschung und werden oft von Bibliotheken und Archiven verwaltet. Ein großer Teil davon kann über die Datenbank *Kalliope* recherchiert werden.
 Automatische Indexierung
Verfahren zur automatisierten Inhaltsanalyse und -beschreibung von Texten.
Eine Software analysiert automatisiert Dokumente und extrahiert ausgehend von dieser Analyse entweder ausgewählte Begriffe aus den Dokumenten, um sie als Indexterme abzuspeichern oder weist dem Dokument zusätzliche Begriffe eines kontrollierten Vokabulars zu.
Eine Form von automatischer Indexierung wird von Suchmaschinen eingesetzt, um Dokumente zu bestimmen, die für eine eingegebene Suchanfrage relevant sind. Das Verständnis des Indexierungsprozesses kann deshalb helfen, die Ergebnisse einer solchen Suche zu bewerten und die eigenen Suchstrategien erfolgreicher zu gestalten.