Bibliotheksglossar

Mit Dank entnommen dem "Glossar zu Begriffen der Informationskompetenz" der Universitätsbibliothek Kaiserslautern und ergänzt bzw. angepasst durch die Webredaktion.

 Internetverzeichnis
Eine Sammlung von Adressen von Web Sites, die nach bestimmten Themen sortiert ist, bezeichnet man im World Wide Web als Verzeichnis oder als Katalog.
 
Beispiel: Ein bekanntes Beispiel eines Webkatalogs oder -verzeichnisses ist Yahoo.
 Intranet
Institutionsinternes Informations- und Kommunikationsnetz.
 
Intranetsysteme können je nach Unternehmenspolitik mit dem globalen Internet verknüpft werden und damit externe Dienste nutzen.
 IP-Adresse
Abkürzung für: Internet Protokoll-Adresse
 
Normierte Ziffernfolge, die jeden an ein Netzwerk angeschlossenen Computer ein-deutig identifizierbar macht; zu diesen Netzwerken gehört insbesondere das Inter-net.
Eine IP-Adresse besteht aus vier durch Punkt getrennte Zahlen, die jeweils einen Wert zwischen 0 und 255 annehmen können.
 
Beispiel: http://141.84.147.198
 ISBN
(engl.) Abkürzung für: International Standard Book Number; dt. Internationale Standard-Buchnummer
 
Internationaler Zifferncode, der der eindeutigen Identifizierung von Monografien dient.
 
Die ISBN besteht aus fünf durch Bindestriche oder Zwischenräume getrennten Teilen mit insgesamt 13 Stellen und den vorangestellten Buchstaben ISBN (Beispiel: ISBN 987-3-7657-1111-4).
 
Teil 1: Präfix, eine 3-stellige Zahl
Teil 2: Gruppennummer für nationale, geographische, Sprach- oder ähnliche Grup-pen (3 = deutschsprachiger Raum)
Teil 3: Verlagsnummer für den einzelnen Verlag in einer Gruppe
Teil 4: Titelnummer für das einzelne Buch des in Teil 3: bezeichneten Verlages  
Teil 5: Prüfziffer.
 
Bis zum 01. Januar 2007 war die ISBN lediglich zehnstellig.
 ISSN
(engl.) Abkürzung für: International Standard Serial Number; dt. Internationale Standard-Seriennummer 
 
Internationaler Zifferncode, der der eindeutigen Indentifizierung von fortlaufenden Sammelwerken (Zeitschriften, Schriftenreihen) und Zeitungen dient. 
 
Die ISSN ist achtstellig und gliedert sich in zwei Teile, Beispiel 0113-4763. Im Ge-gensatz zur ISBN stellen diese Zahlen keine Schlüsselzahlen für den Verlag oder die nationale Herkunft eines Sammelwerks dar.
 
Die Vergabe der ISSN wird von nationalen ISSN-Zentren vorgenommen, die zu-sammen das ISSN-Netzwerk bilden, in Deutschland ist dies die Deutsche National-bibliothek in Frankfurt am Main.
 Jahrbuch
Periodisch, meist einmal im Jahr erscheinende Publikation zu einem thematisch abgegrenzten Fachgebiet oder von einer Fachgesellschaft.
I. d. R. enthalten Jahrbücher Beiträge zu markanten Ereignissen und Entwicklungen, die sich im Laufe des Jahres in dem Fachgebiet ereignet haben. Häufig sind neben thematischen Beiträgen auch bibliographische Hinweise enthalten, insbesondere bei autorenbezogenen Jahrbüchern.
 
Beispiel: Deutsches Jahrbuch der Musikwissenschaft
Jahrbuch der deutschen Shakespeare-Gesellschaft
Heine-Jahrbuch
 Joker
Stellvertreter für ein oder mehrere Zeichen (Buchstaben oder Zahlen).
 
Je nach Datenbank werden unterschiedliche Symbole verwendet (z. B. $, *, oder %). Die jeweiligen Datenbankhilfen liefern in der Regel nähere Informationen dazu. 
 
Bei der Literatursuche sind Platzhalter z. B. wichtig, wenn es mehrere mögliche Schreibweisen eines Wortes gibt oder man nach Wortfeldern oder verschiedenen Wortendungen suchen möchte. Durch Maskierung oder Trunkierung mit Platzhaltern kann man in solchen Fällen mehrere Suchbegriffe mit einem einzigen Suchvorgang abdecken.
 
Beispiel: Pflege* findet: Pflegepersonal, Pflegedienst, Pflegenotstand ...
*streit findet: Historikerstreit, Konfessionsstreit, Richtungsstreit
aufw?ndig findet: aufwendig, aufwändig
 Karlsruher Virtueller Katalog
Metakatalog, der die gleichzeitige Literatursuche in mehreren Verbundkatalogen und internationalen Bibliotheks- und Buchhandelsverzeichnissen ermöglicht.
 Kartenkatalog
Bibliothekskatalog, bei dem die Medien auf Karten verzeichnet sind, die in Form einer Kartei angeordnet und in Schubkästen aufbewahrt werden. 
Eine digitalisierte Form sind die Imagekataloge. In den meisten Bibliotheken stehen heute jedoch Online-Kataloge zur Verfügung.
 Katalog
Verzeichnis der Medien, die eine Bibliothek zur Nutzung bereitstellt, meist mit der Information, wo und wie diese benutzt werden können.
 
Bibliothekskataloge sind heute meist in elektronischer Form als Online-Kataloge über das Internet recherchierbar. Enthalten ist in der Regel nur selbständig erschienene Literatur, die eine Bibliothek selbst zur Verfügung stellt - jedoch z.B. keine Aufsätze oder Dokumente, die im Internet frei nutzbar sind.
Ältere Kataloge können auch in Form von gedruckten Katalogen, Image- oder Mikrofiche-Katalogen vorliegen.
 Known-Item-Search
(engl.) Suche nach einem bekannten Objekt.
Siehe formale Suche.
 Kommandosprache
Gesamtheit der Konventionen, die beschreiben, wie Anfragen an eine bestimmte Datenbank als Text formuliert werden können. Dabei werden die Suchkategorien durch kurze Codes ausgedrückt und können mit Hilfe von Operatoren verknüpft werden. Die Suchbegriffe können außerdem mit Platzhaltern abgekürzt werden.
 
Mit Hilfe der datenbankinternen Abfragesprache können i. d. R. sehr differenzierte Recherchen durchgeführt werden. Viele Online-Kataloge und bibliografische Datenbanken bieten daher unter der Bezeichnung *Expertensuche* o.ä. eine Möglichkeit, Anfragen in der jeweiligen Abfragesprache einzugeben.  Die Regeln hierfür werden meist im Hilfetext der jeweiligen Datenbank erläutert.
 
Beispiel: Die Anfrage
 
(WTI=wirtschaft or WSW=wirtschaft) AND WJA=1999
 
in der Verbunddatenbank des Hochschulbibliothekszentrums NRW bedeutet:
Suche nach Ergebnissen, in denen der Suchbegriff "wirtschaft" als Titelstichwort (Code: WTI) oder als Schlagwort (Code: WSW) vorkommt und die zugleich das Erscheinungsjahr (Code: WJA) 1999 haben.
 Kongressband
Publikation, die Vorträge umfasst, die anlässlich eines wissenschaftlichen Kongresses oder einer Tagung gehalten wurden.
 
Beispiel: Reformen im Mittleren Osten: was können Europa und die USA beitragen? 133. Bergedorfer Gesprächskreis, 17. - 19. März 2006, Washington. D.C.. [Red.: Thomas Weihe]. Hamburg: Ed. Körber-Stiftung, 2006.
 Kooperativer Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg
Zusammenschluss der wissenschaftlichen Bibliotheken Berlins und Brandenburgs.
 
Zu den Funktionen siehe Bibliotheksverbund.
 KörperschaftKörperschaft
Institutionen wie Behörden, Hochschulen, Parteien, Verbände, Gemeinden, Firmen u. ä., die ebenso wie natürliche Personen als Herausgeber von Veröffentlichungen fungieren können.
 Lexikon
Nachschlagewerk mit alphabetisch angeordneten Einträgen; für alle Wissensgebiete oder ein bestimmtes Fachgebiet.
 
Beispiel: *Meyers Enzyklopädisches Lexikon*
*Lexikon des Mittelalters*
*Römpp-Lexikon Chemie*
 Link
Verknüpfungen zur Verbindung von Dokumenten innerhalb des World Wide Web (externe Links), innerhalb von Hypertextsystemen (interne Links) oder von Informationen innerhalb eines Dokuments (Intra-Links).
 Link Resolver
Software, die es bei der Literatursuche in Datenbanken ermöglicht, von den darin ermittelten Treffern entweder unmittelbar zu den entsprechenden Volltexten zu gelangen (z. B. bei Aufsätzen in elektronischen Zeitschriften), das Vorhandensein und die Standortangaben eines Mediums in einem Bibliotheks- oder Verbundkatalog zu ermitteln oder seine Bestellung über Fernleihe, Dokumentlieferdienste oder den Internetbuchhandel anzustoßen. 
 
Die Programme erleichtern die Literatursuche erheblich.
Wo sie nicht zur Verfügung stehen, müssen Suchanfragen stets zweifach erfolgen: Zum einen in der jeweiligen Datenbank, um zunächst zu einem Thema passende Treffer zu ermitteln, und zum anderen in einem Bibliotheks-, Verbund- oder Buchhandelskatalog, um das entsprechende Dokument erhalten zu können.
Bei allen Datenbanken, für die Link Resolver zum Einsatz kommen, kann die  zweite Suchanfrage entfallen.
 Literaturverwaltungsprogramm
Software für die Verwaltung und Weiterverarbeitung von Literaturhinweisen und Zitaten.
 
Früher wurden Literaturhinweise mit Hilfe von Karteikästen gesammelt und geordnet. Heute werden dazu Literaturverwaltungsprogramme genutzt, die die Verwaltung und Weiterverarbeitung von Literaturangaben auf elektronischem Wege ermöglichen.
I. d. R. bieten diese Programme folgende Funktionalitäten:

- in Datenbanken und Online-Katalogen ermittelte Literaturhinweise können in das Literaturverwaltungsprogramm übernommen werden - direkter Import der Datensätze
- Literaturhinweise können aus dem Literaturverwaltungsprogramm in eigene Dateien übernommen werden - direkter Export der Datensätze
- Quellenangaben lassen sich in gebräuchlichen Ausgabeformaten formatieren 
- automatische Erstellung von Literaturverzeichnissen
- Suchmöglichkeiten
- Eingabemöglichkeiten für Zitate und eigene Anmerkungen  
Beispiel: *Endnote*, *Bibliographix*, *LiteRat*, *Citavi*, *RefWorks*, *LiberDat*
 Lizenz
In Zusammenhang mit elektronischen Informationsmitteln:
Zugriffsrecht, i. d. R. zeitlich befristet. 
 
Datenbanken und elektronische Zeitschriften werden i. d. R. nicht käuflich erworben, sondern zur Nutzung lizenziert. Der Verlag oder Anbieter räumt der Bibliothek bzw. ihren Nutzern gegen Gebühr das Recht ein, auf eine Datenbank oder die Volltexte einer elektronischen Zeitschrift zuzugreifen.
Rechte und Pflichten von Lizenzgeber (Verlag oder Anbieter) und Lizenznehmer (Bibliothek) werden in einem Lizenzvertrag geregelt. Dieser enthält u. a.

- Festlegung des zugelassenen Nutzerkreises
- Höhe der Lizenzgebühr
- Dauer der Lizenzvereinbarung
- Nutzungsmöglichkeiten der lizenzierten Informationen für Fernleihe und Dokumentlieferdienst
- Sicherung des Zugangs zu einmal bezahlter Information für die Bibliothe  
 
Beispiel: Lizenzverträge für Datenbanken in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zusammengestellt von der *German, Austrian and Swiss Library Consortia Organisation (GASCO)*
 Magazin
Bücherdepot einer Bibliothek.
 
Es gibt geschlossene Magazine, die nur Bibliothekspersonal betreten darf, sowie  offene Magazine oder  Freihandmagazine, die auch für Bibliotheksnutzer zugänglich sind. Im Gegensatz zu sog. Freihandbereichen sind die Bücher in Magazinen i. d. R. nicht thematisch, sondern nach Zugangsnummern (Numerus currens) aufgestellt. Um ein Buch im Magazin finden zu können, muss man daher zunächst die genaue Standortangabe (Signatur) im Bibliothekskatalog ermitteln.
 Mailingliste
E-Mail-Verteilerliste zu einem bestimmten Thema oder Fachgebiet. Alle eingeschriebenen Teilnehmer erhalten per Mail alle Beiträge, die an eine bestimmte Listenadresse geschickt werden.
 
Beispiel: Spezialisierte Mailinglisten für verschiedene Fachgebiete finden Sie z. B. über LOTSE.
 Maskierung
Einfügen von Platzhaltern anstelle von Buchstaben innerhalb eines Suchbegriffs. 
 
Die zur Maskierung verwendeten Platzhalter sind je nach Online-Katalog oder Datenbank unterschiedlich und können in den jeweiligen Hilfetexten ermittelt werden. 
 
Durch Maskierung können bei der Literatursuche Schreibvarianten eines Wortes abgedeckt werden.
 
Beispiel: me?er steht für meyer oder meier
 Medien
Physische Träger von Informationen. 
 
Man unterscheidet z. B. zwischen Printmedien, audiovisuellen Medien und elektronischen Medien. Alle diese Medienarten werden in modernen Bibliotheken gesammelt und zur Verfügung gestellt.
 
In Online-Katalogen kann i.d.R. gezielt nach einzelnen Medienarten gesucht werden. Näheres dazu in den jeweiligen Hilfetexten.
 Medienart
Physische Form, in der ein Medium vorliegt.  
 
Man unterscheidet z. B. zwischen Printmedien, audiovisuellen Medien und elektronischen Medien. Alle diese Medienarten werden in modernen Bibliotheken gesammelt und zur Verfügung gestellt.
 
In Online-Katalogen kann i. d. R. gezielt nach einzelnen Medienarten gesucht werden. Näheres dazu in den jeweiligen Hilfetexten.
 Metadaten
Daten, die Informationen über Daten enthalten.
 
Bei der Literaturrecherche in Online-Katalogen und Datenbanken trifft man auf Metadaten in Form der  bibliografischen Beschreibung und ggfs. der inhaltlichen Erschließung. Im Softwarebereich oder bei Bildern und Audiodateien kann es noch andere Metadaten geben, die sich z. B. auf technische oder rechtliche Aspekte beziehen.
 Metasuche
Suchfunktion, die es erlaubt mehrere Online-Kataloge oder Datenbanken gleichzeitig zu durchsuchen.
 
Bei der Literaturrecherche ist die Verwendung der Metasuche insb. dann sinnvoll, wenn die gesuchte Publikation nicht in der lokalen Bibliothek verfügbar ist. Es ist allerdings dabei zu beachten, dass die Metasuche oft nur eine grobe Suche ermöglicht, weil verfeinernde Suchfunktionalitäten einzelner Suchinstrumente häufig nicht zur Verfügung stehen.
 
Beispiel: Eine Metasuche über deutsche und internationale Bibliothekskataloge ermöglicht der Karlsruher virtuelle Katalog.
 Mikrofiche-Katalog
Katalog, der in Form von Mikroplanfilm Bibliotheksbestände nachweist.
 
Bei dieser Form der Verfilmung werden Katalogkarten abfotografiert und stark verkleinert abgebildet. Um gelesen werden zu können, müssen sie mit einem speziellen Lesegerät zurückvergrößert werden.
 
Da man in neuerer Zeit Kataloge eher digitalisiert, als sie zu verfilmen, verzeichnen Mikrofiche-Kataloge meist ältere Bibliotheksbestände, so dass ihre Nutzung vor allem bei retrospektiver Literatursuche eine Rolle spielen kann.
 Mikroform
Oberbegriff für auf Filmmaterial verkleinerte analoge Abbildungen von gedruckten Vorlagen. Die wichtigsten Mikroformen sind Mikroplanfilm (Mikrofiche) und Mikrofilm auf Spulen oder in Kassetten (Rollfilm).
 
Vor allem ältere und/oder empfindliche Bibliotheksbestände sowie umfangreiche  Kataloge oder  Bibliografien wurden früher in Gestalt von Mikroformen zugänglich gemacht. Diese Abbildungsform wurde seit einiger Zeit zunehmend durch Digitalisierung abgelöst. Insbesondere bei retrospektiver Literatursuche kann die Nutzung von Mikroformen jedoch weiterhin eine Rolle spielen.
 Monographie
(griech. Einzelschrift) 
Im allgemeinen Wissenschaftsverständnis eine Schrift, in der ein einzelnes, begrenztes Thema umfassend behandelt wird.
 
In Online-Katalogen und Datenbanken verwendet für ein Einzelwerk, meist eines Verfassers (Gegensatz: Sammelwerk).